Gertrud Glössner-Möschk

Als für Michael Waßer und die Bambergerin Angela Burkard-Maier eine grundlegende Renovierung der gemeinsamen Eigentumswohnung in Erlangen anstand, haben sie sich einen Traum erfüllt: ein modernes Bad wollten sie haben mit einer Badewanne, in der auch groß gewachsene Menschen wie Michael Waßer gemütlich liegen und sich entspannen können. Für ihn ist es nämlich das größte Glück, sich in einer Wanne zu aalen.
Mit dem Ergebnis - frei stehende Wanne unter dem Dachfenster, verglaste Dusche, Waschtisch mit gekachelter Platte - waren sie mehr als zufrieden. Doch dass es ihr kleiner, privater Wellness-Tempel zum Titel "Zweitschönstes Bad Deutschlands" bringen sollte, überraschte sie dann doch sehr.


Die Schwimmenten flogen raus

Verliehen wurde der Preis bei einem geradezu pompös zu nennenden Festakt im Saal des Berliner Hotels Estrel vor mehr als 2500 Gästen. Eingeladen hatte die Marketing Handel Kooperation GmbH & Co. Verbundgruppen Holding KG, kurz MHK Group, eine Einkaufskooperation für den mittelständischen Küchen-, Möbel- und Sanitärfachhandel. Diese hat nach eigenen Angaben über 2600 Handelspartner und einen Umsatz von über fünf Milliarden Euro.
Der Bedeutung des Unternehmens entsprechend wurde an zwei Abenden ausgiebig gefeiert. Beim Galaabend trat Sarah O'Connor auf. Angela Burkard-Maier ist auch drei Wochen nach dem Spektakel noch tief beeindruckt. . .
Auf welchen Platz im Schönheits-Contest ihr Bad kommen würde, wussten die beiden nicht, als ihnen die Einladung von MHK ins Haus flatterte. Eine Jury hatte unter allen Bewerbungen drei Badezimmer-Einrichtungen ausgewählt und das Publikum über die Reihenfolge abstimmen lassen. Der Abstand zwischen den Plätzen Eins und Zwei war außerordentlich knapp. Doch mit Platz Zwei ist das Paar genauso zufrieden.
Die Unterlagen zum Wettbewerb hatte die Firma Seeberger aus Weisendorf eingereicht, die das Bad geplant und die Sanitärinstallationen ausgeführt hat. Für die Trockenbauarbeiten und das Verlegen der Fliesen war die Firma Fliesen Linsner aus Hirschaid engagiert worden.
Michael Linsner nennt die Arbeiten an diesem nur etwa 10 Quadratmeter großen Bad "eine Herausforderung". Rund sieben Wochen habe die Renovierung insgesamt gedauert. Jedes Werkzeug und sämtliches Material musste in den vierten Stock getragen werden, denn in dem Haus gibt es keinen Aufzug. Auf dem Fußboden verlegte die Firma Linsner anthrazitfarbene Fliesen, die Wände und das eingebaute Podest, auf dem Badewanne und Dusche leicht erhaben stehen, wurde mit Platten in Holzoptik gefliest. Auch Michael Linsner und Vertreter der Firma Seeberger waren zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen.


Die Enten sind rausgeflogen

Angela Burkard-Maier, die als Augenoptikerin in Bamberg arbeitet, will dem stilistischen Anspruch des neuen Badezimmers natürlich gerecht werden: "Die Schwimmenten aus Plastik, eine gelbe und eine schwarze mit Hörnern, sind rausgeflogen."
Wie sie ihr Bad anders als mit Enten dekorieren kann, hat sie erst kürzlich gesehen: Ein Fototeam der Zeitschrift "Zuhause Wohnen" fotografierte das Badezimmer fast einen ganzen Tag lag. Dazu dekorierte eine Designerin das Badezimmer "profimäßig". Zu sehen ist das Ergebnis voraussichtlich in der August-Ausgabe der Zeitschrift.