Im Automatensprenger-Prozess hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt die Revision des jüngeren Angeklagten verworfen.
Damit wird das Urteil gegen die beiden Angeklagten rechtskräftig. Das sagte die Rechtsanwältin der Nebenklägerin - der Mutter des getöteten Zeitlofsers - gestern in Hanau gegenüber dieser Zeitung. Der Jüngere hatte ein zweites Mal Rechtsmittel eingelegt, um den Vorwurf des versuchten Mordes aus seiner Akte zu tilgen.
Die beiden Schlüchterner hatten im September 2013 mit einem Komplizen aus Zeitlofs einen Fahrkartenautomaten im tauberfränkischen Gaubüttelbrunn gesprengt. Durch umherfliegende Teile war der damals 47-Jährige so schwer verletzt worden, dass er noch in derselben Nacht starb. Um nicht mit der Sprengung in Verbindung gebracht zu werden, hatten die Schlüchterner den Schwerverletzten in dessen Auto gelegt und waren mit ihm vom Tatort bis nach Bad Soden-Salmünster gefahren. Dort hatten sie ihn am Bahnhof abgelegt und dann anonym die Polizei in Bad Orb verständigt. Eine Streifenbesatzung hatte den Leblosen gefunden. Ein Notarzt hatte ihn - trotz Reanimationsversuchen - nicht mehr retten können. Bei dem jüngeren Mann hatte die Polizei bei einer Hausdurchsuchung zudem noch Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden. Die Staatsanwaltschaft Hanau legte den Männern daraufhin unter anderen Straftatbeständen einen Mord zur Verdeckung zur Last. Der damalige Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze sprach im Schlussplädoyer von einer "menschenverachtenden Tat". Nach dem Versuch, den Automaten zu sprengen, hätten die Angeklagten zuerst ihr Werkzeug und die Beute - 218,32 Euro - in den Wagen des Zeitlofsers geladen; danach erst ihren schwer verletzten Freund. Im Juli wurden die damals 35 und 52 Jahre alten Männer letztlich wegen Mordversuch zu sieben beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt. Der Jüngere legte Revision ein.
Der BGH gab dieser statt, der Fall wurde neu verhandelt. Im August 2016 bestätigte die 2. Große Strafkammer das Urteil, reduzierte die Strafen jedoch auf drei Jahre und zehn Monate für den älteren sowie vier Jahre und acht Monate für den jüngeren Mann. Erneut ging er in Revision, die nun verworfen wurde. Die Verurteilung wegen Mordversuch bleibt damit in der Akte.