von unserem Redaktionsmitglied 
Friederike Stark

Kreis Haßberge — Manipulierte Abgaswerte. Software, die die Emissionskontrollen bei Diesel-Fahrzeugen beschönigt. VW, der größte Automobilproduzent in Europa, hat all das inzwischen zugegeben und steckt nun in der größten Krise seit Bestehen. Wie weit reichen die Probleme?
Insgesamt sollen weltweit elf Millionen Motoren mit dieser manipulierenden Software ausgestattet worden sein. Diese Zahl übersteigt deutlich die rund 482 000 Fahrzeuge, von denen zuvor die US-Umweltschutzbehörde, die den Skandal ins Rollen gebracht hat, gesprochen hatte. "Bisher handelt es sich aber um einen Skandal auf dem amerikanischen Auto-markt", sagt Manfred Heil.


Kunden können nur abwarten

Der VW-Händler merkt momentan noch nichts von einer durch den Abgas-Skandal ausgelösten Krise in seinem VW-Autohaus in Kirchaich. "Die Kunden sagen noch nichts Negatives. Jetzt muss ja eh' erstmal geprüft werden, ob das auch Fahrzeuge hier betrifft", meint Heil.
Und das wird wohl passieren: Gestern wurde bekannt, dass der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Untersuchungskommission mit dem Ziel einsetzt herauszufinden, "ob die betreffenden Fahrzeuge konform der deutschen und der europäischen Regeln gebaut und auch geprüft worden sind".
Bis dahin kann Heil nur darauf verweisen, dass auch ihm lediglich Informationen über VW-Fahrzeuge auf dem amerikanischen Markt bekannt sind. Und sein Kollege Rudolf Hart vom Autohaus Gelder und Sorg in Haßfurt fügt hinzu: "Auch uns ist noch nichts Detailliertes bekannt." Hart weiß weder, welche Fahrzeugmodelle konkret betroffen sind, noch welches Baujahr die manipulierten Autos haben. "Wir können aber zumindest garantieren, dass die Fahrzeuge alle absolut sicher und fahrbereit sind", betont Hart. Schließlich handele es sich nicht um einen technischen Defekt, unterstreicht er.
Ob die beiden VW-Händler denn Anweisungen von Volkswagen erhalten habe, wie bei Kundenanfragen zu reagieren sei? "Ich kann auch nur das sagen, was in den Medien zu hören ist", erklärt Manfred Heil. Ansonsten verweist er die Kunden eben an die offizielle VW-Kundenbetreuung.


Noch nichts Neues bekannt

"Wir werden von VW immer zeitnah über Neuigkeiten informiert, aber bisher kam noch nichts", sagt Hart. Einzig, dass VW nachbessern werde, sei ihm bekannt. Manfred Heil merkt noch an: "Die Softwarehersteller produzieren übrigens nicht nur für VW." Es bleibt also abzuwarten, wie viele Autohersteller wohlmöglich betroffen sind.