Gremsdorf — Das Schuljahr 2015/16 hat an der Augustinus-Schule der Barmherzigen Brüder Gremsdorf mit insgesamt 138 Schülern begonnen. Für 46 Frauen und Männer ist es der Anfang einer dreijährigen Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, 18 entschieden sich, noch einmal für ein Jahr die Schulbank zu drücken, um das Helferzertifikat zu bekommen.
Die Motivation für ihre künftige Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist dabei recht unterschiedlich. So hat der 19-jährige Lukas Römer-Hoffmann diese Ausbildungsrichtung gewählt, weil ihm die Arbeit mit Menschen einfach Spaß mache und sich gerade Frauen und Männer mit Behinderung freuen, wenn man sich mit ihnen beschäftigt.
Filomena Bosse hat sich für diesen Beruf entschieden, weil sie fest davon überzeugt ist, dass sie diese Arbeit erfüllen wird. "Jeder hat seinen Weg, den er gehen und meistern will. Das ist der meine", so die 17-Jährige. Noch einmal ganz neu durchstarten möchte Ellen Schumm. Mit 53 Jahren habe sie sich dazu durchgerungen, "keinen seelenlosen, sinnentleerten Acht-Stunden-Bürojob mehr auszuüben, sondern direkt mit Menschen zu arbeiten".
Schulleiter Andreas Keidel weist darauf hin, dass sich die Studierenden der Heilerziehungspflege für eine "Fachkraftausbildung auf Meisterniveau" entschlossen haben. Künftig müssten vor allem Pädagogik, Psychologie oder auch Praxis- und Methodenlehre gepaukt werden. Aber auch Fächer wie Musik, Hauswirtschaft beziehungsweise Sport stünden auf dem Stundenplan, erklärt der Schulleiter. Nicht zu vergessen sei die Ausbildung in der Praxis. Es wechseln nämlich wöchentlich Schulbesuche mit der Arbeit in den Praxisstellen. Diese sind recht mannigfaltig; finden die Schüler doch Arbeitsmöglichkeiten in der Behinderten- und Jugendhilfe sowie in Kitas.
Vier Studierende haben ein ganz neues Tätigkeitsfeld für sich entdeckt. Sie betreuen künftig unbegleitete Flüchtlinge, die in besonderen Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht sind. Für die Zeit nach der Ausbildung sieht Keidel weiterhin "brillante Aussichten", denn der Arbeitsmarkt für Heilerziehungspfleger sowie auch Heilerziehungspflegehelfer sei sehr groß. Aber man könne sich an der Gremsdorfer Fachschule auch eine Zugangsvoraussetzung für weiterführende Studiengänge erwerben, sagt Schulleiter Keidel.
Johannes Salomon