Wer aus Schnaid oder Schnappenhammer in den 70er und 80er Jahren Urlaub machen wollte, der brauchte nicht lange zu suchen. Drei und Viertagesfahrten im In- und benachbarten Ausland, von der Mosel bis in die Dolomiten, organisierte Ludwig Gleich über den Erholungsverein Schnappenhammer. 40 Jahre lang leitete er die Geschicke des kleinen Vereins. Als "Notnagel" sprang er am 6. Januar 1976 als Vorsitzender ein, nachdem Albert Reuther sein Amt niedergelegt hatte. "Nur ein Jahr wollte ich überbrücken, bis ein neuer Vorsitzender gefunden war. Es sind 40 daraus geworden", erinnert sich Ludwig Gleich. Mit Bedacht und Weitblick habe er damals den Verein in ruhiges Fahrwasser geführt.
Nun hat er im Frühjahr das Amt in jüngere Hände gelegt und mit Thomas Fischer einen guten Nachfolger gefunden. Neben seinen legendären Reisen, die immer ausgebucht waren, organisierte Gleich zahlreiche andere Vorhaben. Er war vor Jahren Mitinitiator des längsten Straßenfestes des Landkreises Kronach, dessen Erlös der Lebenshilfe zu Gute kam.
Damals war der Erholungsverein für Wellfleisch und Weißwürste zuständig. Gleich zeigte sich mitverantwortlich für die Instandsetzung des Schnaider Gemeindeplatzes, der von allen Schnaider Vereinen gemeinsam hergerichtet wurde. Alle Jahre findet auch eine "Dunkelbierfahrt" statt, die noch immer von Gleich organisiert wird. 2006 feierte der Erholungsverein unter seinem Vorsitz 100 Jahre Bestehen. Und nun zum 110 Jahre Jubiläum wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. "Dank und Anerkennung für dich. Denn der Erholungsverein wäre nicht das, was er ist, wenn es dich nicht gäbe", sagte Vorsitzender Thomas Fischer bei der Ehrung, die von ihm und Zweitem Vorsitzenden Marco Fischer durchgeführt wurde. Bürgermeister Jens Korn ließ es sich nicht nehmen, so einem verdienten Vereinsfunktionär zur Ehrung zu gratulieren. Bereits im Mai 2016 war Gleich für seine 40 aktiven Jahre als Erster Vorsitzender mit der goldenen Ehrennadel der Stadt Wallenfels ausgezeichnet worden. Korn lobte sein Wirken, denn Gleich sei nicht nur Vorsitzender gewesen, sondern auch viele Jahre Kommandant der Feuerwehr, als Stadtrat tätig und immer für die Gemeinschaft da. "Ludwig hat sich lange Jahre für die Allgemeinheit eingesetzt. Er ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass eine Gemeinschaft nur dann funktioniert, wenn sich Menschen ehrenamtlich einsetzen", betonte Korn. sd