Gerücht über verbotene Hausschlachtungen

Es ist das Gerücht verbreitet worden, dass künftig keine Hausschlachtungen mehr vorgenommen werden dürfen. Dies hat vielfach dazu geführt, halbwüchsige Schweine in größerer Anzahl abzuschlachten. Ein solches Verbot besteht nicht und auch im Falle der Erlassung eines Solchen müsste vorherige Abschlachtung unreifer Schweine als eine Gefährdung der Volksernährung verurteilt werden.
(Forchheim, 1. März)
Großer Teil des Personals ist einberufen

Mit Rücksicht darauf, dass infolge der Kriegslage ein großer Teil unseres Personals zu den Waffen einberufen ist und sich durch die erwähnte Lage die Arbeiten täglich mehren, sind wir veranlasst, zu bestimmen, dass der Verkehr des Publikums zu den einzelnen Magistratsgeschäftsräumen um 16:00 Uhr geschlossen wird, da nur so eine Erledigung der Geschäfte erledigt werden kann.
(Stadtmagistrat: Strecker, Forchheim, 4. März)
Tapferes Verhalten bei Sturmangriff vor Verdun

Dem Kriegsfreiwilligen Unteroffizier bei einer Maschinengewehr-Scharfschützentruppe, Herrn Rudolf Wiegand aus Forchheim, Sohn des Oberbahnmeisters, erhielt für tapferes Verhalten vor dem Feind bei einem Sturmangriff vor Verdun das Eiserne Kreuz 2. Klasse überreicht. Wir gratulieren.
(Forchheim, 13. März)
Vier Dampfschiffe im Kanalhafen Forchheim

Vom Samstag auf Sonntag ankerten vier Dampfschiffe aus Stettin im Forchheimer Kanalhafen. Dieselben werden durch den Ludwigskanal nach Regensburg und von dort weiter nach Rumänien fahren, um dort Getreide zu holen.
(Forchheim, 13. März)
Kriegsunbrauchbare Pferde versteigert

Interessenten werden auf die Bekanntmachung des Forchheimer Stadtmagistrats aufmerksam gemacht, nach welcher am Montag, 20. März, in Bamberg 80 kriegsunbrauchbare Pferde versteigert werden.
(Forchheim, 18. März)

67-jähriger Kriegsveteran

Ein alter Kämpfer, der schon 1870/71 gegen Frankreich im Felde stand und sich fürs Vaterland wieder gemeldet hat, ist Gestern ins Forchheimer Lazarett eingeliefert worden. Der 67 jährige bekam einige Granatsplitter ab . Von seinen fünf Söhnen stehen vier im Felde. Nach seiner Genesung gedenkt er an die Front zurückzukehren.
Forchheim, 21. März 1916
Vierte Kriegsanleihe
in der Stadt Forchheim

Die Gesamtzeichnungen auf die vierte Kriegsanleihe in der Stadt Forchheim dürften, wie wir von unterrichteter Seite erfahren haben, die Summe von 1,1 Millionen übersteigen. Dieses Resultat übertrifft alle Erwartungen.
(Forchheim, 24. März)
Betrüger als falscher Vizefeldwebel

Ein falscher Vizefeldwebel, dekoriert mit dem Militärverdienstkreuz, hat am Samstag in Forchheim einen Schwindel verübt. Unter der Angabe, dass er schon seit vielen Wochen im Forchheimer Lazarett liege, ließ er sich drei Paar Stiefel kostenlos dorthin schicken. Nach einigen Tagen verkaufte er die Schuhe in der Stadt für 50 Mark.
(Forchheim, 29. März)

Kommerzienrat
erlegt Auerhahn

Gestern in der Frühe erlegte Herr Kommerzienrat Jakob Hornschuch in der Eggolsheimer Flur seinen ersten diesjährigen Auerhahn. Waidmannsheil !
(Forchheim, 29. März)
Sammeln von Leseholz
in den Waldungen

Auf die Bekanntmachung des Stadtmagistrats von Forchheim, nach welchem nur dienstags und freitags Leseholz aus den städtischen Waldungen geholt werden darf: Wer sich nicht daran hält, muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen.
(Strecker: Königlicher Hofrat, Forchheim, 31. März)


Textzusammenstellung: Rainer Kestler Stadtarchiv Forchheim