Vier kunstfertige Damen haben sich vor längerer Zeit zu einer Patchworkgruppe unter dem Namen "FOurtextilER" zusammen gefunden. "Wir kommen aus Forchheim, Neuhaus und Erlangen und treffen uns alle sechs Wochen reihum", erzählt Elfi Martschinke aus Neuhaus. "Unser Gruppenname FOurtextilER besteht aus den Autokennzeichen Forchheim (FO) und Erlangen (ER). Zufällig steckt zwar das Wort ,four‘ drin, ist aber für uns bedeutungslos", sagt Martschinke.
Schon vor Jahren haben die Textilkünstlerinnen mit Patchwork angefangen, widmen sich aber nun der hohen Kunst des Quiltens. "Patchwork ist die traditionelle Art. Man zerschneidet Stoffe, setzt sie neu zusammen und gestaltet ein Muster", erklärt Bärbel Breuninger, Fachlehrerin für textiles Gestalten an der Grund- und Mittelschule Adelsdorf. Maria Kreiss aus Erlangen ergänzt: "Im Gegensatz zur Patchworkarbeit, die nur aus einer Schicht Stoff besteht, ist ein Quilt dreilagig. Er hat eine Rückseite, dazwischen ein Vlies und obendrauf das Top."
Die vier Frauen erstellten auch schon einige Gemeinschaftsarbeiten. Jede suchte sich ein Thema unter dem Titel Urlaubserinnerungen heraus. Jeweils eine passende Postkarte aus dem Spreewald, aus Norwegen, Schweden und Peru diente als Vorlage. Diese wurde dann in vier gleiche Teile geschnitten, und jeder arbeitete separat seinen Abschnitt aus. Am Schluss wurde das Kunstwerk wieder zusammengefügt. "Jede von uns war damit im Durchschnitt zwischen 30 und 40 Stunden beschäftigt", erinnert sich Sabine Aly.
Auch die verschiedenen Techniken beim Quilten erläutern die Damen: Wendet man die Konfettitechnik an, werden tausende von Schnipseln nach einem Motiv aufgelegt. Anschließend gibt man ein Netz darüber, damit die Teilchen fixiert sind, und zum Schluss wird alles mit der Maschine festgenäht. Bei einer Applikation wird der Stoff auf ein klebendes Vlies übertragen und dann als Bild arrangiert. Man kann sogar anhand verschiedener Stichtechniken mit der Nähmaschine zeichnen.


Patchwork als Grundlage

Beim künstlerischen Quilten werden ganz unterschiedliche Materialien verwendet: Stoff, Filz, Mull, Lametta, Tüll und mehr. "Unsere Art zu quilten könnte man als freies Maschinenquilten bezeichnen. Wir setzen auf der Grundlage von Patchwork eigene Ideen um" , erklärt Sabine Aly. Für sie ist das Quilten eine gute Entspannung und ein Ausgleich zum Beruf als Krankenschwester auf der Intensivstation. Mittlerweile ist Patchwork und Quilten für sie viel mehr als ein Hobby, da sie auch als Dozentin an der Volkshochschule tätig ist.
Bärbel Breuninger hat eigentlich schon mit zwölf Jahren gequiltet. "Ich wusste nur nicht, dass man das so nennt", lacht sie. In der Schule hat sie mit ihren Klassen auch gequiltet, und so richtig frönt sie ihrem Hobby seit 1996. Elfi Martschinke wurde von ihr angesteckt und quiltet seit dem Jahr 2002 mit großer Begeisterung.
Maria Kreiss hat im Jahr 2000 dieses Hobby entdeckt. "Ich wurde Oma und hab in einer Zeitschrift eine Decke gefunden, die ich unbedingt für mein Enkelkind nacharbeiten wollte. Und dann war's um mich geschehen", sagt sie schmunzelnd. "Die Kunst des Quiltens ist aber noch lange nicht so akzeptiert und bekannt wie das Töpfern oder das Malen", bedauert Maria Kreiss.
Das soll sich aber ändern. Die erste Ausstellung der vier Stoffkünstlerinnen findet von Freitag, 20. Mai, bis Samstag, 4. Juni, in der Rathaushalle in Forchheim statt.