von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold

Seßlach — Besser hätten die Bedingungen für ein Volksmusikfest am Sonntag nicht sein können: Die Sonne strahlte vom Himmel und die Mittelalterstadt mit den schmucken Fachwerkfassaden und den zünftigen Wirtshäusern, den malerischen Gassen und Plätzen bot genau den richtigen Rahmen, um volkstümlich aufzuspielen. Das oberfränkische Volksmusikfest war diesmal in Seßlach zu Gast.
Mit dabei waren Wolfgang und Hildegard Brasch aus Dietersdorf, wie viele Besucher hatten sie sich vor dem Rathaus eingefunden. "Wir finden das hochinteressant, dass hier kleine Gruppen aufspielen, das ist etwas Neues in Seßlach", sagte Wolfgang Brasch. In jeder Gasse, in nahezu jedem Winkel, auf den Plätzen und in den Gasthäusern spielte die Musik auf, mal deftig, mal leise, von modern bis traditionell, vom Quetschen-Rock bis Saitenmusik, es war alles dabei. Elf Musikgruppen und die Tanzgruppe der Fechheimer Landjugend luden zum Mitmachen ein. Keineswegs kam nur die ältere Generation zum Feiern in den historischen Ort, auch viele junge Gäste waren dabei. Volksmusik, wusste Bezirkstagspräsident Günther Denzler, begeistere eben auch immer mehr jüngere Leute, ob als Interpreten oder als Zuhörer.
Denzler erklärte, dass sich der Bezirk neben dem sozialen Bereich, auch der Erhaltung von Brauchtum und Heimatpflege widme und damit speziell den Franken. "Wir pflegen natürlich unsere eigene fränkische Identität im bayerischen Einheitsbrei", betonte er.


Ein StückHeimat

In der Volksmusik sieht der Bezirkstagspräsident ein Stück Heimat und einen wichtigen Gegenpol zur Globalisierung. Der Bürgermeister der Stadt Seßlach, Martin Mittag, freute sich über das Festwetter zu der tollen Veranstaltung. "Wir sind sehr stolz, dass wir ausgewählt wurden." Brauchtum, Kultur und die Musik passen seinen Worten nach hervorragend nach Seßlach. "Unsere Stadt hat viel zu bieten, besonders wenn Fremde Freunde werden und gemeinsam musizieren." Für Denzler hatte Mittag ein besonderes Geschenk dabei, einen Kugelschreiber, der aus Seßlacher Stadttorholz gefertigt wurde. Nachdem im vergangenen Jahr eines der drei Tore von einem Autofahrer zerstört wurde, ließ die Stadt jetzt origineller Weise Kugelschreiber anfertigen. Ein kräftigen Schluck des Seßlacher Bieres aus dem Kommunbrauhaus nahmen die Ehrengäste, darunter die EU-Abgeordnete Monika Hohlmeier, die das Programm genoss. "Wir haben hier ein wunderbares Kulturgut", sagte sie.
Zum Einstieg in den musikalischen Nachmittag spielte die Stadtkapelle Seßlach auf, dabei erklang der Coburger Marsch. Die Gruppen aus ganz Oberfranken gaben eine musikalische Kostprobe, bevor sie im Altstadthof, im Marktcafé, in der Flenderschen Spitalstiftung, im Roten Ochsen, im Gasthaus Reinwand, im Pflasterzollhaus oder im Pörtnerhof für Stimmung sorgten, durch den Ort streiften die Fichtelseer Hausmusik und die Gschrubbdn, die Landjugend Fechheim tanzte vor dem Rathaus. Veranstalter waren die Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik und der Bezirk Oberfranken.