Mit stehenden Ovationen und langanhaltendem Applaus endete das geistliche Konzert zur Fastenzeit am Sonntagabend in der Ritterkapelle. Denn dem Chor St. Kilian und dem Streicherensemble Würzburg unter Leitung von Johannes Eirich, Florian Mayer an der Orgel sowie den Solistinnen Lisa Rothländer und Jutta Schubert-Friese war es gelungen, ihre Zuhörer zutiefst zu berühren.
Der große Erfolg dürfte Johannes Eirich damit versöhnt haben, dass das Konzert einige Zeit auf der Kippe stand und sowohl die Sopranistin Sabine Zimmermann als auch der Bratschist Miroslaw Bojadziew krankheitshalber kurzfristig ausfielen. Dass ein Ersatzbratschist gefunden wurde und die Sopranistin Lisa Rothländer aus Ottendorf innerhalb von zwei Tagen das solistisch sehr umfangreiche Programm erarbeiten konnte, war ein absoluter Glücksfall. Denn die junge Sängerin, die seit 2013 Mitglied des MDR-Rundfunkchors Leipzig ist, kann als hervorragende Künstlerin bezeichnet werden.


Begeisternde Stimme

Ihre traumhaft schöne Stimme ist in allen Lagen klar und berührend, ausdrucksstark und kraftvoll zugleich. Dies offenbarte sie im "Stabat Mater" von Giovanni Battista Pergolesi für Soli, Streicher und Basso Continuo zusammen mit der Altistin Jutta Schubert-Friese aus Haßfurt. Die Zuhörer wurden Zeugen, zu welch herrlichem Klang die beiden Stimmen fähig sind. Das warme Timbre von Jutta Schubert-Friese, ihre Artikulation und ihre Fähigkeit, den Text mit der Melodie perfekt auszugestalten, harmonierten auf das Schönste mit dem strahlenden Sopran von Lisa Rothländer. "Stabat Mater" ist eine Komposition von besonderer emotionaler Kraft.


Vom Trostengel gestützt

Pfarrer Stephan Eschenbacher hatte zu Beginn auf das Bild der "Stabat Mater" hingewiesen, das in den beiden Pietas in der Kirche zum Ausdruck kommt.
Der Höhepunkt dieser Konzertstunde war das Anthem "Hör mein Bitten" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Dabei kam auch der Chor, der das Konzert mit dem "Stabat Mater" von Josef Rheinberger eröffnet hatte, in der Zwiesprache mit der Sopranistin sehr schön zur Geltung. So ergreifend wusste Lisa Rothländer dieses Werk zu gestalten und so eindrucksvoll wusste sich der Chor mit ihrer Stimme zu verbinden, dass die Zuhörer Gänsehaut bekamen und stehend applaudierten.