von unserem Redaktionsmitglied 
Michael Busch

Erlangen — Schon die Überschrift weist auf ein Vorurteil hin: "Ist das Boot voll?". Amnesty International hat die Ausstellung konzipiert. Nun sind die Bilder, die Fakten und Bemerkungen in Erlangen ausgestellt. Einer Stadt, die sich selber mit dem Motto "Offen aus Tradition" betitelt. Einer Stadt, die ebenfalls Flüchtlinge aufnimmt, die aber auch mit Vorurteilen zu kämpfen hat.

Menschenwürdige Politik

Dabei ist Erlangen tatsächlich offen aus Tradition und hat eine besondere Verpflichtung zu Flüchtlingen. Das fängt mit dem Zuzug der Hugenotten im 17. Jahrhundert an, die die Stadt an sich geprägt haben, wie kaum eine andere Gruppierung. Und es geht weiter bis zur heutigen Zeit. In der Universität, in den Weltkonzernen arbeiten und studieren Menschen aus aller Herren Länder.
Selmin Caliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, sagt: "Oft ist es die Geringschätzung der Menschenrechte, die zur Entstehung von Konflikten führt." Mit diesen Worten steigt sie in die Ausstellung ein, die den Bogen spannt von der Ausgangssituation in den Heimatländern über die Flucht nach und innerhalb Europas, bis zum Asylverfahren in Deutschland und den Folgen der europäischen Zuständigkeitsregeln für die betroffenen Flüchtlinge. In der Ausstellung finden sich aber auch mögliche Lösungsansätze für eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik. Die Ausstellung ist kostenfrei in der Erlanger Stadtbibliothek am Marktplatz während der regulären Öffnungszeiten zu besuchen.