Mathias Erlwein

Zu vier Vorstellungen der Verkupplungsshow von Cornelia Herbertz-Müller "Gloria Kaballes findet auch für Sie den Stern in der Nudelsuppe!" trat die Theatergruppe Eggolsheim auf die Bühne. Sie waren alle ausverkauft. Unter der Regie von Elisabeth Görner wagte sich das Ensemble, das diesmal ohne männliche Darsteller auskam, auf neues Terrain.
Weg vom klassischen Bauernschwank wählten sie eine Komödie, in der sich alles um eine Verkupplungsshow dreht. Die Showmasterin Gloria Kaballes, verkörpert von Hedi Neubert, verspricht ihrem liebessehnsüchtigen Kandidaten aus dem Publikum, die wahre und einzige Liebe in ihrem Leben - den "Stern in der Nudelsuppe" - zu finden. Ein interaktives Stück, bei dem auch das Publikum eingebunden wird.
Dieses sitzt diesmal nicht in Reih und Glied vor der Bühne, sondern in lockerer Atmosphäre an hübsch dekorierten Tischen. Rote und grüne Karten liegen auf den Stühlen, sie müssen als Zeichen für die Moderatorin hochgehalten werden und zeigen den Beziehungsstatus.


Falsche Vorstellungen

Dann poltert die erste Kandidatin auf die Bühne. Biggi, gespielt von Elke Ruderich, eine Kfz-Mechanikerin. Sie sucht einen "S-Klasse-Mann" und verlässt empört die Bühne, weil ihr Gloria Kaballes so taktvoll wie möglich eher einen aus der Golf-Klasse empfiehlt. Überraschend torkelt anschließend Angela (Krissi Secknus), die Frau eines Konzernvorstands, versehentlich in die Show und schildert drastisch ihr wahres Leben hinter dem schönen Schein.
Die dritte Frau, die nicht mehr alleine sein möchte, ist Rosanna. Maria Eismann spielte eine temperament- wie liebevolle italienische Mamma, die ihren erwachsenen Sohn vergöttert und sich trotzdem - oder deswegen - einen deutschen Handwerker zum Mann wünscht.
Das Publikum jauchzte, als sie ihren handwerklich begabten und küchentauglichen Traummann aus Deutschland kurzerhand selbst im Saal suchte. Der scheinbar unnahbaren Moderatorin legte sie am Ende noch ihren Onkel Giovanni für deren persönliches Glück ans Herz. Das Stück endete jedoch offen. Die Komödie, garniert mit gesellschaftskritischen Aspekten, gefiel dem Publikum. Auch dank einer überragenden Maria Eismann, die ihre Rolle der liebestollen italienischen Mama perfekt in Szene setzte und für einen Glanzpunkt sorgte.