von unserem Mitarbeiter Mario Deller

Kutzenberg — "Musik ist die Aufhebung aller Räumlichkeit" wusste schon der Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel. Sich auf wunderschöne Weise von klassischen Klängen getragen fühlen durfte sich auch das Publikum beim Konzert der Bamberger Bachsolisten im Kutzenberger Festsaal.
Otto Winter an der Oboe, Georg Schäffner am Piano und Violinist Manfred Wongoborski kraulten mit Werken namhafter Komponisten die Ohren der Zuhörer in der sehr gelungenen Darbietung am späten Dienstagnachmittag. Einmal mehr war es dem Bezirksklinikum Obermain gelungen, für ein kostenloses Konzert hochrangige Musiker zu gewinnen, deren Vita alleine schon Musikgenuss vom Feinsten erwarten ließ.

Solooboist in Tokio

Der gebürtige Mainzer Otto Winter war unter anderem als Solooboist im berühmten Yumior-Symphonieorchester in Tokio tätig sowie bei den Bamberger Symphonikern. Bei letztgenanntem wirkte auch sein Musikkollege Manfred Wengoborski als erster Geiger mit, dieser hatte zudem auch schon Auftritte in Afrika, Amerika und England. Mit dem in Gößweinstein geborenen Georg Schäffner ist bei den "Bamberger Bachsolisten" auch ein waschechter Franke mit an Bord und als Organist an der Basilika in Gößweinstein tätig, übt ferner die Aufgabe des Regionalkantors der Erzdiözese Bamberg aus.
Eineinhalb Stunden lang konnten sich die Zuhörer im Kutzenberger Festsaal zurücklehnen und bei zeitlos schöner Klassik den Alltag hinter sich lassen. Den Auftakt bildete eine Triosonate mit Stücken von Stamitz, gefolgt von einer ebenso gelungen umgesetzten Mozart-Sonate. Hätte der Pianist Georg Schäffner vor 200 Jahren gelebt, wäre er vielleicht auch persönlich dem Komponisten begegnet, dem sich das Ensemble an diesem Nachmittag ebenso widmete: Johann Andreas Amon. Der 1825 in Wallerstein Verstorbene wuchs nämlich in Drosendorf bei Hollfeld auf, also wie Schäffner in der Fränkischen Schweiz.
Seinen gelungenen Abschluss fand das Konzert mit Stücken von Schubert und Händel. Violine und Klavier, Oboe und Klavier sowie zu Beginn und Abschluss der Darbietung als Trio - die Bachsolisten präsentierten sich auch als harmonische Einheit im weichen und runden Zusammenspiel. Das Publikum war demzufolge auch sehr angetan, spendete den "Bamberger Bachsolisten" verdienten Applaus.Wenn Musiker brennen vor Leidenschaft für klassische Musik, bildet sich, wie an diesem Dienstag in Kutzenberg geschehen, ein Band zwischen den Künstlern auf der Bühne und den Zuhörern. Auf Vieles könnte die Menschheit verzichten, auf die Musik aber ganz gewiss nicht.