Maroldsweisach — Wie es um die hausärztliche Versorgung auf dem Land bestellt ist, interessiert die Arbeitsgemeinschaft 60plus der SPD im Unterbezirk Rhön-Hassberge naturgemäß besonders. Auf Einladung der Gruppe berichtete die Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar (SPD), die selbst eine lange Berufserfahrung als Landärztin in einer Praxis in Maßbach hat, in der Brauerei-Gaststätte Hartleb in Maroldsweisach über ihre Erfahrungen.
"Ob in zehn bis 15 Jahren die ärztliche Versorgung noch so ist, wie wir sie kennen, bleibt abzuwarten" betonte Sabine Dittmar gleich zu Anfang. Auch die Apotheken vor Ort seien sehr wichtig, sie kämpften gegen das Internet. Heute würden Praxen aus Altersgründen, oder aber, weil es an manchen Orten - meist in Städten - eine Überversorgung gebe, schließen. In den meisten Landkreisen gebe es, großräumig gesehen, auf dem Papier genügend Ärzte. Dittmar zufolge sollte rein rechnerisch auf 1617 Einwohner ein Hausarzt entfallen. Für eine vernünftige Planung müsse man allerdings manche Landkreise aufteilen, im Landkreis Rhön-Grabfeld zum Beispiel die bislang unterversorgte Rhön abtrennen. Der Abbau von Überversorgung in manchen Städten sei ein "unangenehmes Thema", ließe sich durch den Aufkauf von Praxen aber regeln. Laut einem Gutachten seien die Ärzte zwischen Stadt und Land falsch verteilt.
Dazu komme, dass nur 40 Prozent von ihnen Allgemeinmediziner seien, 60 Prozent dagegen Fachärzte. Während ihrer Ausbildung kämen die jungen Mediziner zu wenig und zu spät mit der Allgemeinmedizin in Berührung. Erst jetzt sei an der Universität in Würzburg ein Lehrstuhl für Allgemeinmedizin eingerichtet worden. red