Kreis Haßberge — Weiterhin IS-Terror, weltweite Anschläge und Bürgerkriege, Zugunfall in Bad Aibling, Überflutungskatastrophen in Deutschland, Erdbeben in Italien, Fußball-EM, Olympia, US-Wahl, und vieles mehr. Das war 2016. Was hat die Bürger im Landkreis, auch auf kommunaler Ebene, bewegt? Einige andere Stimmen:

Schöne Momente gab es für Teresa Kehl. Doch die "Aufs und Abs", wie es die 30-Jährige aus Steinsfeld umschreibt, waren 2016 schon dominierend. "Das Jahr war für mich ein sehr bewegendes, emotionales Jahr", erklärt Kehl, die beruflich bedingt sehr viel auf den Autobahnen unterwegs ist. Die fertig ausgebildete Realschullehrerin musste seit dem Ende ihre Referendariatszeit 2015 "immer bibbern, ob ich für das neue Schuljahr eine volle Jahresanstellung an einer Schule erhalte, vorzugsweise natürlich in meiner Heimat, in Unterfranken." Dieser Wunsch blieb ihr bis heute verwehrt. Nachdem Teresa Kehl bereits in Oberbayern, in der Oberpfalz sowie in der Nähe von Augsburg tätig war, musste sie im September "leider wieder meine Koffer packen: Diesmal ging es in die bayerische Landeshauptstadt." Mit dieser "Wander-Situation" ist die junge Frau nicht zufrieden und plant deshalb Änderungen. Doch auch ihre Hoffnung auf die "Begleitete Qualifizierung an Mittelschulen", eine zweijährige "Sondermaßnahme" mit Garantie auf Verbeamtung an einer unterfränkischen Mittelschule, war nicht erfolgreich.
Teresa Kehl ist nach wie vor fest mit "meiner Heimat und meinem trauten Zuhause" im Haßbergkreis sowie vor allem in Steinsfeld verwurzelt. Jedes Wochenende fährt sie nach Hause und würde sich für und in ihrer Heimatgemeinde sowie im Landkreis "in irgendeiner Form einbringen. Dies ist mir aufgrund meiner Abwesenheit unter der Woche jedoch nicht möglich." Angesichts der "immens hohen Mietpreise und Lebensunterhaltungskosten" wollte die 30-Jährige, ein "überzeugtes Dorfkind", niemals in eine Großstadt wie München ziehen. "Zudem haben mir der Amoklauf im Münchener Olympia-Einkaufszentrum im Juli sowie der schreckliche Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt vor Kurzem gezeigt, wie gefährlich das Leben in einer Weltstadt sein kann."
Für 2017 wünscht sich Teresa Kehl, dass ihre Familie und "alle Menschen, die mir am Herzen liegen, gesund bleiben, und dass wir uns alle in Deutschland sicher fühlen können." Ihr persönlicher Herzenswunsch bleibt es, zuhause in Franken eine feste, unbefristete Anstellung an einer Schule zu finden, "damit die Pendlerei endlich ein Ende hat." Von ihr bekommt das Jahr die Note 3.
Andreas Eiring (30) aus Happertshausen: "Das Jahr 2016 war überschattet von dramatischen Ereignissen. Beginnend mit dem Zugunglück in Bad Aibling, wo menschliches Versagen etliche Menschen das Leben kostete. Der sogenannte Islamische Staat war nicht nur im Nahen Osten präsent, sondern auch in unserer unmittelbaren Nähe, wie das Messerstecher-Attentat im Regionalzug nach Würzburg sowie der Bombenanschlag im Einkaufszentrum in München zeigte. Wie wir das Ergebnis der US-Wahl einschätzen sollen, werden wohl erst die nächsten Jahre zeigen. Vom Jahr 2017 wünsche ich mir eine Lösung der Flüchtlingskrise sowie ein Zusammenrücken und nicht noch weiter Auseinandergehen der großen Mächte in der Welt. Denn nur so werden wir gemeinsam die Probleme lösen können."
Dem Jahr 2016 gibt Andreas Eiring"aus persönlichen Gründen" die Note 2.

Alexander Bergmann (31) aus Hofheim: "Das Jahr 2016 geht sicher als eines der unruhigeren in die Geschichte ein. Es war ereignisreich, bot viele Überraschungen und leider viele negative Schlagzeilen. Themen wie die noch nicht gelöste Flüchtlingssituation, die Kriege auf der Welt, der Brexit, der wohl schmutzigste US-Wahlkampf aller Zeiten mit der Krönung Donald Trumps und die Tatsache, dass Europa sowie Deutschland zunehmend nach rechts rutschen, machen einem schon wirklich Sorgen. Ebenso bedrückt mich die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB. Lokal bewegt mich unter anderem die düstere Zukunftsfrage der Haßberg-Kliniken. Ich frage mich wirklich, wo das noch alles hinführen soll? Zu den Lichtblicken dieses Jahres zählen der Zusammenhalt und das ehrenamtliche Engagement bei uns auf dem Land. Ich vertraue darauf, dass unsere Gesellschaft stark genug ist, um die stürmischen Zeiten zu überstehen. Mich persönlich hat zudem der Tod meiner Großmutter betroffen gemacht, daher gebe ich dem Jahr 2016 nur die Note 4-.

Anna Walter (20) aus Kerbfeld: "Wenn ich auf das Jahr 2016 zurückblicke, erinnere ich mich an die Anschläge von Terroristen bei uns in Deutschland und in unserer Gegend, wie Würzburg. Ich finde es traurig, dass es so weit kommen musste. Sei es der Krieg in Syrien oder eben die Terroranschläge hier in der Deutschland, bei denen viele Leute getötet oder verletzt werden. Davon abgesehen, war es für mich persönlich ein sehr schönes Jahr 2016." Sie gibt die Note 3.

Lea Burkard (19) aus Üschersdorf: "Das Jahr 2016 war für mich persönlich erfolgreich, weil ich in Haßfurt die Ausbildung als Sozialpflegerin absolviert habe. Danach habe ich im September eine weitere Ausbildung als Erzieherin begonnen. Mein größter Wunsch wäre, dass ich diese Ausbildung erfolgreich abschließe. Vor allem wünsche ich meiner Familie, Freunden und mir Gesundheit." Sie gibt dem Jahr 2016 "ganz klar" die Note 1.

Werner Schrepfer (64) aus Gädheim: "Erfreut habe ich gelesen, dass in einem Vergleich aller 402 Regionen Deutschlands hinsichtlich Wohlstand, Wachstum, Jobs, Sicherheit und Lebensqualität der Landkreis Haßberge im Gesamtrang einen beachtlichen 125. Platz einnimmt." Das decke sich mit seiner eigenen Zufriedenheit. Doch dazu kamen für ihn hinsichtlich weltweiter Ereignisse wie Kriege, Terroranschläge, Hungerkatastrophen und so weiter auch Wehmut und Trauer. Trauer vor allem über die Schicksale sowie das unendliche Leid der betroffenen Menschen. "Warum schaffen wir, die gesamte Menschheit, es nicht, in Frieden zu leben und Zustände zu schaffen, in denen Menschen menschenwürdig leben können?" Es gebe aber auch kleine Fortschritte, sagt er, und die Hoffnung sterbe bekanntlich zuletzt. Insgesamt vergibt Schrepfer für 2016 die Note 2-.

Bruno Keeß (49) aus Prappach: "Das Jahr 2016 war für mich persönlich ein arbeitsreiches und gutes Jahr. Unser MSC-Sand-Team konnte wieder einmal mit viel Spaß und vereinten Kräften einige schöne Mini-Offroad-Rennen in Sand zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer durchführen. Allerdings hatten wir in diesem Jahr leider viele Opfer der sinnlosen und furchtbaren Terroranschläge, auch in unserer näheren Umgebung, zu beklagen. Ich hoffe, dass die Welt 2017 mit Vernunft, Besonnenheit und Toleranz wieder zur Ruhe kommt." Darum gibt er nur die Note 3-.

Martina Kümmel (40) aus Sand: "Als Mutter von drei Kindern hat mir 2016 vor allem die anhaltend schlechte Weltlage mit Terror, Krieg und Hungersnot große Sorge bereitet. Umso dankbarer bin ich dafür, mit meiner Familie, in einem friedlichen und schönen Ort, wie Sand, leben zu dürfen, in dem auch Menschen mit Handicap am Gemeindeleben teilnehmen können und akzeptiert werden. Mut und Kraft gibt mir der Zusammenhalt in meiner Familie, da immer jemand da ist, wenn man Unterstützung oder Hilfe braucht. Das ist prima! " Für sie war 2016 eine 2- wert.

Elisa Jäger (19) aus Dörflis: "Besonders zum Nachdenken gebracht hat mich dieses Jahr im Rahmen meines Bundesfreiwilligendienstes im Institut für Biodiversitätsinformation e. V. in Ebern der persönliche Kontakt zu Personen aus vielen verschiedenen Kulturkreisen und deren erlebten Geschichten. Während eines multikulturellen Gartenprojektes konnte ich nette Kontakte knüpfen und habe eine ganz andere Sicht auf die aktuelle Flüchtlingssituation bekommen. In diesem Zusammenhang wünsche ich mir auch für 2017, dass sich die Menschen weltweit mit mehr Respekt und Toleranz begegnen." Sie gibt dem Jahr die Schulnote 2-.
Armin Richter (54) aus Wülflingen: "Ich persönlich habe 2016 beruflich eine positive Erfahrung gemacht. Ich wechselte von einem Ganztags- auf einen Halbtagjob. Dadurch hatte ich viel Zeit für mich und meine Familie. Einige Ereignisse machen mich für das Jahr 2017 nachdenklich. Wenn zwölfjährige Kinder Bomben legen, unschuldige Menschen einfach eine Treppe herunter getreten und Frauen sexuell belästigt werden, stimmt mich das schon traurig. Ich hoffe doch, dass die Politik schnellstmöglich handelt und Lösungen für diese Probleme findet. Für 2017 wünsche ich mir, dass der Terror und die Gewalt aufhören und die Menschen vernünftiger werden." Wegen seiner beruflichen Veränderung gibt er dem Jahr 2016 dennoch eine Zwei.

Ralf Bauer (44) aus Sand: "Was mich zuletzt sehr getroffen und schockiert hat, war der Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. Wenn so etwas von Menschen verursacht wird, die vermeintlich bei uns Hilfe gesucht haben, ist das schrecklich. Für mich persönlich gab es 2016 aber viele schöne Momente. Der Höhepunkt war natürlich die Deutsche Meisterschaft der Offroad-Modellautos beim MSC Sand, wo sich die besten 130 Fahrer aus ganz Deutschland trafen, um den Besten zu finden. Sand ist ohnehin eine Gemeinde der Vereine. Das haben wieder einmal eindrucksvoll die vielen Veranstaltungen gezeigt." Ralf Bauer gibt 2016 die Note 2.

Walter Schneider (69 Jahre) aus Königsberg: "Eine Benotung für dieses Jahr ist sehr schwierig, zu sehr weichen positive und negative Ereignisse voneinander ab. Nachdem ich schon seit Jahren im TV Königsberg verantwortlich tätig bin, freue ich mich über drei Meisterschaften im Fußball, im Handball und bei den Tennisjuniorinnen. Auch überörtlich konnte sich das Sportjahr meiner Meinung nach sehen lassen. Als ehemaliger städtischer Bediensteter freue ich mich, dass bei den städtischen Finanzen der Silberstreif am Horizont zu sehen ist. Und bei uns in Deutschland ist die Situation, klammern wir mal den Zuwachs für die AfD aus, ja wirklich nicht schlecht. Man könnte sich also abends gemütlich in seinen Sessel zurücklehnen. Aber dann schaut man Nachrichten und die positive Stimmung ist wieder weg: Bilder aus Aleppo, eine hilflose Weltgemeinschaft schaut zu, in Nizza werde 80 Menschen zu Tode gefahren, der Brexit, und dann wählen die in Amerika noch einen Trump zum Präsidenten. Dies drückt die Benotung derart herunter, dass mir eigentlich nur eine Vier übrig-bleibt. Doch nach dem schrecklichen Ereignis in Berlin wird daraus eine Fünf."

Manfred Pfaff (50) aus Fatschenbrunn: "Mein 50. Geburtstag war sicher ein herausragender und unvergessener Tag in diesem Jahr. Der Terror-Anschlag in Berlin kurz vor Weihnachten vermiest einem heuer irgendwie die Stimmung auf das Fest. 2016 verstarben auch einige gute Bekannte und Freunde, die meisten einfach viel zu früh. Durch die Krankheit meines Vaters wurde uns aufgezeigt, dass in unserem ländlichen Raum eine ärztliche und krankenhausmäßige Versorgung unbedingt aufrechterhalten werden muss. Jeden kann es treffen, hier, jetzt und überall. Für vieles, oft "Unnützes", gibt unser Staat viel Steuergeld aus, doch bei Pflegepersonal oder Ärzten in unseren Kliniken wird jeder Euro drei Mal herumgedreht. Einen guten Ausgleich vom doch meist stressigen Berufsalltag hatte ich wieder bei meiner Blaskapelle in Zell oder bei meinem Sportverein Fatschenbrunn. Ich denke, alle "Fatschis" können zudem sehr stolz auf unseren kleinen Ort sein. Im ,Golddorf' vom Steigerwald wohnt man einfach gern". Er gibt 2016 eine 2-.