Der Markt Pressig darf sich auf schnelles Internet freuen: Im Rathaus unterzeichnete Bürgermeister Hans Pietz ein entsprechendes Vertragswerk mit der Deutschen Telekom. Demnach soll der Netzausbau im kommenden Jahr vollzogen werden. 1264 Haushalte können dann ihre schnelleren Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) nutzen - in Teilbereichen sind sogar Bandbreiten größer als 100 MBit/s möglich.
Die Telekom wird rund 24 Kilometer Glasfaserkabel verlegen, 14 Multifunktionsgehäuse und fünf Glasfasernetzverteiler aufstellen sowie diese mit neuester Technik ausstatten. 125 Gebäude bekommen gegen Gebühr die Möglichkeit, sich einen superschnellen Glasfaseranschluss direkt in das Haus legen zu lassen.
Das Netz wird dann so stark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind, erklärten Friedrich Weinlein (Kommunaler Ansprechpartner der Telekom Technik) und Andreas Rudloff (Ansprechpartner Infrastrukturvertrieb der Telekom Deutschland) bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus Pressig. "Wir versorgen die Ortsteile Förtschendorf, Friedersdorf, Größau, Pressig, Rothenkirchen und Welitsch mit moderner Technik und machen den Markt Pressig damit zukunftssicher und weiter zu einem attraktiven Standort für Familien, Handel, Handwerk und Industrieunternehmen", sagte Rudloff.


Zuschuss von fast 90 Prozent

Pietz erklärte zur Finanzierung, dass von den geschätzten Ausbaukosten in Höhe von 708 000 Euro der Freistaat Bayern über ein Förderprogramm rund 90 Prozent bezuschussen wird. "Den Rest von knapp 100 000 Euro wird der Markt Pressig berappen müssen. Dies ist es uns aber wert, denn ohne schnelles Internet hinkt eine Kommune hinterher", sagte der Bürgermeister.
Und wie funktioniert die Technik? VDSL (Very High Speed Didital Subscriber Line) ist eine Breitbandtechnologie. Diese nutzt für die Übertragung von Daten eine Kombination aus Kupfer- und Glasfaserleitungen. VDSL unterscheidet sich von DSL (Digital Subscriber Line) durch deutliche höhere Übertragungsgeschwindigkeiten.
Mit VDSL wird derzeit eine Übertragungsrate von bis zu 50 MBit/s beim Herunterladen erreicht. Ein DSL-Anschluss schafft bis zu 16 MBit/s. Je näher die Glasfaserleitung an die Kundenanschlüsse heranreicht, desto höher ist das Tempo. Deshalb verlegt die Telekom jetzt Glasfaser bis in die Multifunktionsgehäuse (MFG), in die großen grauen Kästen die am Straßenrand stehen, sie sind eine Art Mini-Vermittlungsstelle.
Im MFG wird das Lichtsignal in ein elektronisches Signal gewandelt und über bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen.
Für 125 Gebäude ist im Rahmen des Ausbaukonzeptes eine Sonderlösung vereinbart. Hier endet das Glasfaserkabel nicht im MFG am Straßenrand, sondern es wird auf Wunsch des Eigentümers gegen Gebühr bis in die Häuser gezogen. Damit dies möglich ist, müssen die Hauseigentümer eine Einverständniserklärung inklusive Kostenübernahmeerklärung unterschreiben. Die Eigentümer werden von der Telekom direkt kontaktiert. eh