Karl-Heinz Hofmann

Die Pro- Kopf- Verschuldung auf einem historischen Tief, mit 481 Euro mehr als 37 Prozent unter dem Landesdurchschnitt: "Die gute Entwicklung der Gemeinde Stockheim setzt sich fort", zieht Bürgermeister Rainer Detsch (Freie Wähler) Bilanz, nach der Haushaltsberatung für das Jahr 2017. Der Etat wurde am Montag im Rathaus zusammen mit dem Finanzplan bis 2020 einstimmig auf den Weg gebracht.
Zudem verkündete Detsch: Für die Projekte "Rentei" in Stockheim und "Dorfstraße 3" in Reitsch liegt die Zusage durch das Amt für ländliche Entwicklung und von der Regierung Oberfranken für die Aufnahme in die Förderoffensive Nordostbayern vor, was eine Fördergröße von 90 Prozent bedeutet. Besonders mit der Sanierung der "Rentei" an der ehemaligen Bergwerkszeche St. Katharina werden große Hoffnungen verbunden: Das Haus hat große geschichtliche Bedeutung für die Bergbaugeschichte Stockheims.
Trotz hoher Investitionen in Höhe von 2,33 Millionen Euro baut die Gemeinde weiter Schulden ab und muss keine neuen Kredite aufnehmen. Wie Kämmerer Stephan Urban deutlich machte, gilt weiterhin das Ziel, bis zum Jahr 2027 schuldenfrei zu sein. Die positive wirtschaftliche Situation lässt es Urban zufolge zu, ein solides Zahlenwerk vorlegen zu können.
Wie Bürgermeister Detsch dazu deutlich machte, gelte es mit Blick auf die folgenden Haushaltsjahre, die Gunst der Stunde zu nutzen. "Spielräume für nachhaltige Investitionen sind vorhanden." Stockheim soll demnach als lebendige, attraktive Gemeinde weiterentwickelt werden. Die freie Spitze im Haushalt will die Gemeinde nutzen zum Generieren von Fördermitteln für Projekte der Daseinsvorsorge, im Bereich von Straßen, Kanal, Trinkwasser, Kindergärten, Schulen, Freizeit und Naherholung sowie Tourismus. Beispiel hierfür ist die Sanierung der "Rentei", die schon seit drei Jahrzehnten diskutiert werde, und der Dorfplatz 3 in Reitsch, wo Parkplätze, ein Kinderspielplatz und ein Kräuterlehrgarten nach dem Abriss eines leerstehenden Gebäudes entstehen sollen.
Der Bürgermeister hob das Engagement der Ehrenamtlichen hervor. Die Vereine würden auch bei den Überlegungen zur Nutzung der Rentei einbezogen. Angedacht ist eine Begegnungsstätte mit bergbaulichem Hintergrund und Informationszentrum für das Haßlachtal. Investitionsschwerpunkte seien weiter das Feuerwehrwesen mit rund 250 000 Euro und der Ausbau von Gemeindestraßen mit in etwa der gleichen Summe. Weitere größere Baumaßnahmen sind die Erneuerung der Trinkwasserleitung und der Kanalanschluss für die Büttnerszeche in Reitsch sowie ein Ringanschluss der Wasserversorgungsleitung zwischen Neukenroth und Stockheim. "In absehbarer Zeit wird ein Schwerpunkt auf der Ausweisung neuer Baugebiete liegen", kündigte Detsch an. Die Nachfrage sei ungebremst, so dass nicht alle Wünsche bedient werden könnten.


Dank aus den Fraktionen

Dank für die umfangreichen Informationen sprachen Joachim Beez (SPD), Rudi Jaros (FW) und Joachim Ranzenberger (CSU) an Kämmerer und Verwaltung aus. Unisono lobten sie die Finanzpolitik mit den Investitionen. Sie entsprächen den Vorstellungen der Fraktionen.