Seit eineinhalb Jahren spielt Nele Eichhorn in Ködnitz Fußball. Weil die 16-Jährige viel Spaß auf dem grünen Rasen hat, nahm sie am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium an der Ausbildung zum Junior-Coach teil - als einziges Mädchen. "Ich hab' mich nicht unterkriegen lassen, aber einen Bonus hatte ich auch nicht", erzählt sie selbstbewusst.
Gleich aktiv in der Nachwuchsarbeit einsteigen wird Nele Eichhorn wohl nicht. "Jetzt mache ich erst mal mein Abi, dann sehen wir weiter", sagt sie. Immerhin müssen Junior-Coaches nur noch eine Ausbildungszeit von zwei Wochen dranhängen, um die Trainerlizenz für den Breitensport zu bekommen.
Seit 2013 fördert der Deutsche Fußballbund sogenannte Ausbildungsschulen. Im Pilotjahr waren es fünfzig, in diesem Schuljahr sind es schon 200 Einrichtungen, in denen Junior-Coaches trainiert werden. Bis 2017 sollen 11 000 junge Leute die Ausbildung durchlaufen.
Die Leitung am MGF hatte Michael Kern. "Wir wollen unsere Angebote im Bereich Fußball ausweiten und Fußballklassen anbieten. Vielleicht gelingt es uns ja, dass die Schüler irgendwann auch die C-Trainings-Lizenz ablegen können", wünscht sich Kern.
Zu den Inhalten gehörten nicht nur der praktische Aufbau und die Umsetzung einer Trainingseinheit, sondern auch viel Theorie. "Es reicht nicht, ein guter Fußballer zu sein, um eine Mannschaft oder eine Gruppe zu trainieren", konstatierte Michael Kern.
"Wir sind alle Junior-Coaches mit Leidenschaft", sagte Michael Söllner, der von einer "Bereicherung für die DFB-Stützpunktschule" sprach.
Auch Schulleiter Horst Pfadenhauer zeigte sich beeindruckt von dem neuen Ausbildungsangebot.
Dass die Schulung auch für die Vereine wichtig ist, meinte Siegfried Tabbert, Junior-Coach-Beauftragter und Bezirksehrenamtsreferent beim Bayerischen Fußballverband (BFV) bei der Verleihung der Urkunden. Denn bei vielen Klubs gebe es bereits bereits Trainermangel. "Der Junior-Coach ist ein qualifizierter Trainer. Sie alle können sofort im Jugendfußball tätig werden", pflichtete BFV-Bezirksvorsitzender Karlheinz Bram bei. Auch bei der Nachmittagsbetreuung könnten die Junior-Coaches eingesetzt werden. "Sie sollen jetzt mit diesem Schein Praxiserfahrungen sammeln. Das ist schon der halbe Weg zur Trainingslizenz", freute sich Bram über die gute Resonanz.
An der feierlichen Überreichung der Urkunden nahm auch der Beauftragte für Schulsportwettbewerbe der Regierung von Oberfranken, Wolfgang Mahr, teil. Im Bezirk gebe es bislang zehn Schulen, an denen die Junior-Coach-Ausbildung möglich ist. In Bayreuth habe es sogar einen reinen Mädchenkurs gegeben, so Mahr. so