Am Donnerstag war Landrat Christian Meißner (CSU) mit Vertretern aus der Region im bayerischen Wirtschaftsministerium, um nochmals deutlich zu machen, dass die Region die geplanten Stromtrassen strikt ablehnt. Die Politiker aus Oberfranken trugen Staatssekretär Franz-Josef Pschierer ihr Anliegen, wie es der Kreistag in einer Resolution vom 24. November formuliert hatte, vor. Mit dieser Resolution lehnen die Landkreise Lichtenfels, Bamberg, Coburg und Forchheim sowie die Städte Coburg und Bamberg den Bau weiterer Stromtrassen durch die Region ab.
Hintergrund ist, dass die genannten Landkreise und Städte bereits in erheblichem Maß von durch die Energiewende bedingten Baumaßnahmen - insbesondere Überlandleitungen - belastet sind. Aktuell wird zudem durch zahlreiche Infrastrukturprojekte, wie zum Beispiel die ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Ebensfeld-Erfurt, die A 73 und die A 70, erheblich in das Landschaftsbild eingegriffen.
Im Gespräch wurde auf die negativen Folgen hingewiesen und gefordert, künftig von der Planung neuer Stromtrassen in Westoberfranken abzusehen. Staatssekretär Franz-Josef Pschierer teilte mit, dass das bayerische Kabinett am kommenden Dienstag zu dieser Thematik einen Beschluss fassen werde.
Zur Sache sagte er: "Die Staatsregierung wird alles dafür unternehmen, damit das vorgeschlagene Projekt P 44 mod. so nicht kommt. Der Neubau einer zusätzlichen Freileitung direkt neben der aktuell fertiggestellten Thüringer Strombrücke wäre inakzeptabel und stößt bei den Bürgern zu Recht auf keinerlei Verständnis." red