Was passiert eigentlich, wenn man auf den Link in einer Phishing-Mail klickt? Wie funktioniert redaktionelle Arbeit? Und woran erkennt man seriöse Medienangebote im Internet? Diesen und noch vielen weiteren Fragen gingen die Teilnehmer des ersten "You and Media"-Camps auf den Grund. In zahlreichen Workshops konnten sich Jugendliche über ihre Erfahrungen im Internet austauschen und Experten um Rat fragen.
Mit dabei sind auch die Geschwister Jannis, Jonah und Jule Trinkwalter. "Für mich klang die Foto- und Audiobearbeitung am Nachmittag sehr interessant", sagt Jannis. Für Jule sei es eine Geburtstagsüberraschung gewesen. "Ich habe ein neues Handy geschenkt bekommen, da dachte ich mir, dass ich mitmachen muss", erklärt sie. Jule und Jannis nutzen beide Whatsapp, Jannis hat sich außerdem auf Twitter angemeldet. "Auf Facebook bin ich bis jetzt noch nicht, das ist mir ein bisschen zu überlaufen", sagt er.
Auch Jonah ist nicht übermäßig in sozialen Netzwerken unterwegs - trotzdem sei er schon mit den Gefahren des Internets in Berührung gekommen, sagt er. "Ich bekomme regelmäßig E-Mails, in denen steht, dass ich mit meinem iPhone etwas gewonnen habe. Aber ich besitze überhaupt kein iPhone, da geht das gar nicht", sagt er. Außerdem habe er sich auf seinem Rechner schon einmal einen Virus eingefangen. "Ich wollte mir einen Browser herunterladen, hatte aber nicht darauf aufgepasst, von welchem Urheber die Datei stammt", erzählt er. Danach habe er bei seinem Computer einen Reset durchführen müssen. "Seitdem achte ich viel mehr darauf, was ich mir von welcher Seite im Internet herunterlade", erklärt Jonah.
"Uns war besonders wichtig, dass wir nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren, sondern den Teilnehmern ein bunt gefächertes Angebot unterbreiten, über das sie sich dann selbst eine Meinung bilden können", sagt Stefan Hinterleitner, Geschäftsführer der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH. "Im Internet wandern die Jugendlichen oftmals auf einem sehr schmalen Grat: Im einen Moment hören und lesen sie viel Informatives, im nächsten Augenblick kann die Situation ins Negative kippen und sie werden mit Internetkriminalität oder Fake-Nachrichten konfrontiert", erklärt er.
Das sei gerade bei jungen Usern der Fall. "Sie gehen manchmal noch zu unbedarft und naiv an die Sache heran", sagt Hinterleitner. Auch der Einfluss von Trend spiele eine große Rolle. "Jugendliche lassen sich leicht vom Mainstream mitreißen." Trotzdem gehöre es zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, den ein oder anderen Trend mal nicht mitmachen zu müssen. "Hier können auch die Eltern als Stütze wirken", sagt Hinterleitner.
Als Elternteil sei man allerdings auch häufig nicht mehr auf dem Laufenden, was Social Media angeht. "Trotzdem sollten Eltern mit ihrer Erfahrung als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, sollte den jungen Usern im Internet etwas merkwürdig vorkommen", sagt er. Medienerziehung als Schulfach sei allerdings nur dann sinnvoll, wenn das pädagogische Konzept stimme. "Man sollte den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen, damit die Inhalte auch wirklich ankommen", meint der Regionalmanager.