von unserem Mitarbeiter Ralph Bilek

Coburg — Als HSC-Fan ist man geneigt zu sagen: "Zum Glück, ein Heimspiel", denn in der Fremde wartet der HSC 2000 Coburg 2015 immer noch auf den ersten Sieg. Dem steht aber bis auf die knappe Niederlage gegen Leipzig eine ansonsten makellose Jahres-Heimbilanz gegenüber, durch die man immer noch an den Aufstiegsplätzen schnuppert. Soll das so bleiben, dann muss am Samstag Abend gegen die HSG Nordhorn-Lingen, dem Tabellenfünften, ein Sieg her. Gelingt der mit mehr als drei Toren, ziehen die Coburger in der Tabelle sogar am Gegner vorbei.
Doch das ist für Coburgs Trainer Jan Gorr nebensächlich. "Wir wollen mit der Unterstützung unserer Fans ein gutes Spiel abliefern. Die werden wir auch brauchen, denn mit Nordhorn-Lingen kommt eine Spitzenmannschaft zu uns." Der EHF-Pokalsieger des Jahres 2008 musste 2009 aus der ersten Liga absteigen, belegte seitdem aber bis auf eine Ausnahme immer einen einstelligen Tabellenplatz. Mit derzeit 41:21 Punkten liegt man nur drei Zähler hinter einem Aufstiegsplatz. "Die ersten sieben, acht Spieler haben allerhöchstes Liga-Niveau, das hat schon unsere Hinspielniederlage gezeigt", erinnert sich Gorr. "Probleme haben sie in der Breite, da fehlt es dann an Konstanz." Mit Rechtsaußen Bobby Schagen, mit 203 Treffern, davon 76 Strafwürfe, auf Platz vier der Torjägerliste und Jens Wiese im linken Rückraum, dem mit 171 Toren besten Feldtorschützen der Liga, verfügt der HSC-Gegner über zwei absolute Goalgetter. Damit kommt es zum Duell mit den Torjägern auf Coburger Seite, die die gleichen Positionen besetzen. Matthias Gerlich (172/48) liegt in den Feldtoren genauso knapp hinter Schagen wie Florian Billek (168/5) hinter Wiese. Billek konnte allerdings nach seiner in Rostock erlittenen Platzwunde am Kopf erst am Mittwoch wieder ins Training einsteigen, wird am Samstag aber "Stand Donnerstag 9.15 Uhr", so Jan Gorr, auflaufen. Der HSC-Trainer schickt somit das gleiche Team wie bei der Niederlage letzte Woche an der Ostsee aufs Feld, das unbedingt den Abwehrriegel vor TW Björn Buhrmester, bereits mehrmals in die Mannschaft der Woche berufen einer Handball-Fachzeitschrift berufen, knacken muss.
Denn der deutsche Vizemeister des Jahres 2002 kommt mit einem dicken Empfehlungsschreiben in die Vestestadt. Im letzten Auswärtsspiel vor zwei Wochen hatte man dem Spitzenreiter Leipzig dessen erste Heimniederlage der Saison beigebracht, vergangene Woche Aue mit zehn Toren Differenz aus der Halle gefegt.