Wer vom guten Frankenwein trinkt, wird angeblich eher fröhlich und ausgelassen. Ein junger Mann (22 Jahre) aus der Nähe von Würzburg aber verhielt sich beim letztjährigen Weinfest in Sand völlig daneben. Allerdings hatte er nicht nur einen über den Durst getrunken, sondern er war sturzbetrunken, als er andere Gäste anpöbelte und sich eine handgreifliche Auseinandersetzung mit gleich drei Polizeibeamten lieferte. Dabei geriet er völlig in Rage, schlug wild um sich und beschimpfte die Uniformierten. Wegen Körperverletzung, Widerstandshandlung und Beleidigung verurteilte ihn das Amtsgericht in Haßfurt zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann.


Ganz schön voll

Eine junge Polizistin schilderte im Zeugenstand die Einzelheiten. Demnach war die Veranstaltung schon zu Ende, als gegen halb vier Uhr nachts der Ärger anfing. Der Angeklagte, der einige Zeit vorher vom Sicherheitsdienst mit Platzverweis vom Festgelände verwiesen wurde, tauchte wieder auf und suchte offenbar Streit, indem er andere Leute anrempelte. Daraufhin zeigte ihm die Beamtin nochmals die "rote Karte".
Aber anstatt sich jetzt zu verdrücken, legte er sich mit den Gendarmen an. Als man ihn Richtung Ausgang drücken und schieben wollte, wehrte er sich vehement und fing an, unbeherrscht um sich zu hauen. Dass er dabei die Uniformierten nur streifte und nicht richtig traf, lag allein daran, dass er völlig blau war. Weil der Rabauke "unheimliche Kräfte entwickelte", wie die Polizistin aussagte, dauerte es mehrere Minuten, bis es den Ordnungshütern gelang, ihm Handfesseln anzulegen. Dabei brüllte er sie ununterbrochen an und beleidigte sie.
Der Beschuldigte selber will sich an fast nichts mehr erinnern können. Doch das, was und wie viel er getrunken hatte, ist doch irgendwie haften geblieben. Zuerst habe er zusammen mit einem Mädchen am Rande des Geländes eine große Weinflasche geleert und dann eine weitere geholt. Doch als er zurückkam, war die Lady verschwunden. Ob aus Frust oder Langeweile, jedenfalls machte er anschließend alleine die zweite Pulle nieder.
Da er auch noch in der Arrestzelle bei der Haßfurter Polizeidienststelle randalierte, verzichteten die Diensthabenden auf eine Blutprobe. Erst am nächsten Morgen wurde das nachgeholt. Obwohl da der Alkohol teilweise schon abgebaut war, zeigte die Untersuchung mit 1,3 Promille immer noch ein "respektables" Ergebnis.
Immerhin sechs Vorstrafen hat der junge Mann auf dem Kerbholz. Mit Diebstahl, Nötigung, Unterschlagung und Unfallflucht alles keine Kapitalverbrechen, aber "Kleinvieh macht auch Mist", wie Strafrichterin Ilona Conver formulierte. Auf seine Jugendzeit angesprochen, erfuhr man, dass der junge Mann immerhin seine Mittlere Reife geschafft hatte. Anschließend aber hat er nichts daraus gemacht, sondern ist herumgeflogen und hat sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten.
Vor Gericht entschuldigte er sich bei den Beamten und beteuerte, sein Leben gründlich geändert zu haben. Seit letztem Herbst absolviert er eine Ausbildung als Koch. Neben der für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe muss er 400 Euro an die Stiftung der Polizeigewerkschaft zahlen. Die Vorsitzende entließ ihn mit den Worten: "Lassen Sie die Finger vom übermäßigen Alkohol!"