Sechs Tage vor dem Bürgerentscheid hielt die "IG pro & contra Windpark Wachenroth" ihre letzte Veranstaltung in der gut besuchten Ebrachtalhalle ab. Nacheinander referierten Felix Knorr, Gemeinderat Wolfgang Knorr (UWW), der pensionierte Hausarzt Albert Kühner und der freie Biologe Friedrich Buer aus Neustadt an der Aisch.


Schaeffler-Ingenieure statt Pacht

Felix Knorr präsentierte das geplante Projekt, zeigte anhand von Karten den Standort der Windräder auf und erklärte nochmals die sogenannte 10H-Regelung. Er ging vor allem auf die Folgen des Bürgerentscheides ein. Bei einem Nein zu 10H würden nicht nur die beiden Windräder bei Weingartsgreuth gebaut, sondern auch das zum Windpark gehörende dritte Windrad im Staatsforst Birkach. Zudem seien in Zukunft weiteren Projektanten Tür und Tor geöffnet. "Warum sollten die woanders hingehen, wenn die Bürger hier auf einen angemessenen Abstand verzichten?", schlussfolgerte der Horbacher.
Gemeinderatsmitglied Wolfgang Knorr, einer von drei Bürgervertretern, die gegen das Vorhaben votiert haben, relativierte anschließend die Bedeutung und Höhe der Pachteinnahmen, die der Gemeinde zukämen. 25 000 Euro jährlich könnte man "mit der Einkommensteuerbeteiligung von zehn Schaeffler-Ingenieuren kompensieren", so der Horbacher. Zudem seien die Pachteinnahmen 20 Jahre lang gleichbleibend und verlieren durch die jährliche Inflation auch an Wert.


Versuche mit Infraschall

Der langjährige Hausarzt Albert Kühner stellte dar, dass Steven Cooper, der als führender Akustiker Australiens gilt, in einem Versuch zusammen mit einem Windparkbetreiber nachgewiesen hat, dass ein Zusammenhang zwischen dem Infraschall von Windkraftanlagen und Beschwerden von Anwohnern besteht.
Er erklärte auch, dass unter anderem der Deutsche Ärztetag und das unabhängige Robert Koch Institut zu diesem Thema weitere Forschungsanstrengungen angemahnt haben. Zum Schluss schilderte Kühner schließlich dem Publikum, dass die Krankenkassen in Deutschland bereits eine Abrechnungsnummer mit dem Code T75.2 für Schäden durch Infraschall angelegt haben.
Mit dem Neustadter Friedrich Buer hatte die Interessengemeinschaft pro und contra Windkraft kurzfristig noch einen Biologen eingeladen, der die Windkraft und das Erneuerbare Energien Gesetz kritisierte. Der Naturwissenschaftler prangerte außerdem die Tatsache an, dass für die Energiegewinnung durch Windräder Vögel und Fledermäuse getötet sowie Wälder zerstört werden.


Aufruf zur Wahl

In seiner abschließenden Rede erinnerte Erich Weichlein, Sprecher der Interessengemeinschaft, die Zuhörer an das sehr gute Zusammenleben der beiden Ortsteile Wachenroth und Weingartsgreuth und nannte dafür viele Beispiele.
Zum Schluss wandte er sich mit einer Bitte an die Besucher der Veranstaltung: "Gehen Sie zur Wahl!" red