Coburg — Anlässlich der Herbstvollversammlung des Kreisjugendrings Coburg (KJR) informierte Thomas Friedrich, der Geschäftsführer des Jobcenters Coburg Land, über die Flüchtlingssituation. Das Jobcenter ist in der Regel dann zuständig, wenn die Anerkennung vorliegt.
Derzeit sind 39 Menschen mit Fluchthintergrund gemeldet, dass heißt, sie erhalten Leistungen. Das entspricht einem Anteil von fünf Prozent am Gesamtvolumen. Die Flüchtlinge kommen vorwiegend aus Syrien und dem Irak. Nach drei Monaten könnten sie am Arbeitsmarkt Fuß fassen, sagte Friedrich. Es seien Handwerker, Selbstständige, Akademiker oder Hausfrauen unter ihnen. Die Altersgruppe liege zwischen 25 und 45 Jahren. Es fehlten Fremdsprachenkenntnisse, jedoch wirkten die meisten motiviert.


Eine Herausforderung

Die Ziele des Jobcenters sind unter anderem die Sicherstellung des Lebensunterhaltes, das Erlernen der Sprache, Absolvieren von Integrationskursen und die Berufsfindung. "Da ist ein langer Atem und Überzeugungsarbeit erforderlich", so Friedrich. Für das Jobcenter sei diese Aufgabe nicht neu, jedoch bestehe die Herausforderung in der großen Zahl der Kunden. Gewünscht sei eine Kooperation mit Arbeitgebern und Netzwerkpartnern. Die anstehenden Integrationsbemühungen wirkten sich keinesfalls auf die Betreuung anderer Personenkreise wie Langzeitarbeitslose negativ aus. Aber das Resümee des Jobcenter-Geschäftsführers lautete: "Die Integration gelingt nicht von heute auf morgen."
Der KJR-Vorsitzende Jürgen Rückert blickte auf zahlreiche Aktivitäten zurück, bevor er von Copoli erzählte, einer Mitmachaktion für Jugendliche und junge Erwachsene, bei der die Meinung zu Politik, Lebensumfeld und Zukunftsvorstellungen geäußert werden können. Derzeit bestehen laut Rückert schon zehn Gruppen.
Als neuer Beisitzer wurde Yusuf Gökbulut von der Ditib Ebersdorf gewählt. Geplant für das kommende Jahr sind unter anderem die Mitmachaktion "COmeets", Reisen nach Irland, Istanbul und Berlin, ein Musicalbesuch in Stuttgart, Freizeiten sowie zwei Erlebnis-Natur-Aktionen.
Die KJR-Geschäftsführerin Claudia Engelhardt verwies auf das Bundesprogramm "Demokratie leben", bei dem unter anderem rechten Strömungen entgegengewirkt werden soll. Ein Jugendforum ist bereits gegründet. Träger ist der KJR. Weitere Interessenten sind gesucht. Immerhin stehen 35 000 Euro an staatlichen Fördermitteln zur Verfügung. Stellvertretender Landrat Rainer Mattern (CSU) meinte eindringlich, sich in Bezug auf Flüchtlinge den Werten und dem Wandel in der Welt zu stellen, und fügte hinzu: "Seid bereit für eine funktionierende Demokratie und unterstützt unser Gemeinwesen." Jugendarbeit sei dabei das Herantasten an die eigene Persönlichkeit. dav