Im Flößerdorf vollendete Anna Fößel ihr 101. Lebensjahr. Sie ist damit derzeit die zweitälteste Bürgerin in der Kreisstadt. Das ganze Leben der Jubilarin war von großer Hilfsbereitschaft geprägt. Insbesondere das Engagement für ihren Heimatort war beispielhaft.
Hier war sie unter anderem als Pfarrgemeinderätin, Vorsitzende der Frauengruppe, Mitglied der KAB und des VdK, Spendensammlerin für die Caritas und Missionshelferin im Einsatz. Mit anderen Frauen kümmerte sie sich um die Pflege der Kapelle am Weinberg.
Schon in jungen Jahren wurde ihr viel abverlangt. Ihr Vater starb früh, und so wuchs Anna Fößel zusammen mit ihren drei Geschwistern als Halbwaise bei ihrer Mutter in Friesen auf, wo sie tatkräftig in der Landwirtschaft mit anpacken musste. Dennoch war es ihr möglich, die Oberrealschule in Kronach zu besuchen. 1941 heiratete sie ihren aus Rennesberg stammenden Ehemann Alfons, der bereits 1963 starb. Ursprünglich wäre Anna Fößel gerne Handarbeitslehrerin geworden. Wegen des Krieges musste sie jedoch von ihren Zukunftsplänen Abstand nehmen. Stattdessen half sie ihrer Schwester beim Betrieb einer Gastwirtschaft und unterstützte gleichzeitig in den Nachkriegsjahren Vertriebene und in Not geratene Menschen. Auch für ihren mit einer Kriegsverletzung zurückgekehrten Bruder und ihre Mutter war sie immer da.
Ihre Kinder und deren Familien kümmern sich heute liebevoll um sie. Neben den Angehörigen und Gratulanten aus dem Dorf reihten sich auch Pfarrer Sven Raube, Landrat Oswald Marr und Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein in die Schar der Gratulanten ein. red