Mit Otfried Preußlers "Die kleine Hexe" zeigen die Rosenberg Festspiele 2016 erstmalig ein Kinderstück. Die Proben dazu mit zahlreichen begeisterten Statisten haben bereits begonnen. An drei Sonntagen im Juli wird das Team der Festspiele die Kinderaugen zum Leuchten bringen.
Neben Heidemarie Wellmann in der Titelrolle ist als Rabe Abraxas und treuer Freund der kleinen Hexe Andreas Gräbe zu sehen. Der aus dem ländlichen Ruhrgebiet stammende Schauspieler ist beim Kronacher Freilicht-Theater erstmalig zu Gast, kennt aber Franken bereits von Theaterprojekten am Staatstheater Nürnberg sowie von den Filmtagen in Hof. Und ihm gefällt es gut in diesem Teil Bayerns, denn eigentlich ist Andreas Gräbe kein Großstadtmensch, auch wenn er derzeit in Hamburg lebt. Dass er bei den Kronacher Festspielen unter anderem einen Raben verkörpert, ist ihm dabei eine besondere Freude, sind dies doch aufgrund ihrer Intelligenz und sozialen Fähigkeiten ganz außergewöhnliche Vögel.


Eigene Welt in jeder Rolle

Davon abgesehen aber stellt es für den Schauspieler Gräbe keinen großen Unterschied dar, eine Person oder ein Tier auf die Bühne zu bringen. In jeder Rolle, so Gräbe, gehe es vielmehr darum, eine ganze Welt für sich zu entdecken, sich in andere Lebens- und Denkweisen hineinzufühlen und zu verinnerlichen, was man darstelle, ja für den Charakter, den man verkörpere, regelrecht Partei zu ergreifen. Aktuell tut er dies in der Rolle des Antoine in der Komödie "Das Abschiedsdinner" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière am Theater Partout in Lübeck, bereits sein drittes Gastspiel in der Hansestadt.
Neben dem Raben Abraxas wird Gräbe in der Lucas-Cranach-Stadt die Figur des Lehrers in "Der Besuch der alten Dame" spielen sowie den Hortensio in "Der Widerspenstigen Zähmung". Dass Gräbes künstlerische Wurzeln im Tanz liegen, kommt dabei sicherlich nicht nur der Darstellung eines Vogels zugute. Denn körperliche Ausdrucksstärke ist, so Gräbe, auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ganz grundsätzlich nicht weniger wichtig als Text und Sprache. Nach Anfängen als Tänzer bei den Musiksendern Viva und MTV erhielt Gräbe seine Ausbildung an der Stage School in Hamburg und hat seitdem vor allem im Norden der Republik im Musik-und Sprechtheater gearbeitet.
Für die großen und kleinen Gäste der Kronacher Rosenberg Festspiele hat sich Heidemarie Wellmann zusammen mit Andreas Gräbe übrigens noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. So laden die kleine Hexe und Abraxas jeweils am Ende der Aufführungen an allen drei Spieltagen des Kinderklassikers zu einer Entdeckungsreise hinter die Kulissen der Festspiele ein.
Bei dieser Gelegenheit gibt es dann spannende Einblicke in die Geheimnisse des Theaterbetriebes. Wie entstehen zum Beispielmagische Lichtmomente und überraschende Zaubereffekte? Wo kommen die Geräusche her, oder wie sehen die phantasievollen Kostüme aus der Nähe aus? Und in welchen Bereichen des Theatergeländes schminken sich eigentlich die Schauspielerinnen und Schauspielerund bereiten sich auf ihren Auftritt vor? Selbstverständlich kann man der kleinen Hexe und ihrem Raben außerdem nach Herzenslust jede Menge Fragen zu ihren Abenteuern und ihrer Freundschaft stellen. red