Zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Doch in der Küche vom Landwirtschaftsamt Bad Staffelstein wird Hand in Hand gekocht - von leicht bis deftig, von herzhaft bis süß. Tipps und Tricks gibt den Kindern, die am Ferienprogramm des Landkreises teilnehmen, Angelika Herbst, Ernährungsfachfrau des Bayerischen Bauernverbandes.
"Kinder frühzeitig in den alltäglichen Ablauf in der Küche einzubinden, fördert die Selbstständigkeit. Es sollte nicht als Pflichtarbeit gelten, sondern Spaß machen", meint Herbst.
"Ich helfe meiner Mama immer daheim beim Kochen", versichert Franka. Und auch die Schwestern Emily und Annika beteiligen sich gern an der Küchenarbeit. "Wir kochen auch schon alleine und am allerliebsten backen wir." Bald wird sich die Speisekarte im Hause der beiden erweitern. Dann gibt es öfter mal Spaghetti Bolognese mit Tomaten-Mozzarella-Salat und als Nachspeise ein traumhaftes Tiramisu.


Reihenfolge ist wichtig

Zischende Pfannen, dampfende Töpfe und allerlei Zutaten warten auf die Kinder. Mit den Rezepten in der Hand stellt Herbst den Kindern ihre heutige Menüfolge vor. "Beim Kochen überlegt man sich zuerst, was wie lange dauern wird. In unserem Fall fangen wir mit dem Tiramisu an, machen dann den Salat und die Bolognese. Die Nudeln kommen zum Schluss." Gesagt, getan. Biskuit, der die Kids an Fischstäbchen erinnert, wird wie Dominosteine in die Auflaufform gelegt. Mit Cappuccino beträufelt bedeckt am Ende die steife Sahne das Dessert. Die süße Sünde darf nun im Kühlschrank warten, bis ihre Stunde geschlagen hat.
"Aber was gehört in die Bolognese außer Tomaten und Fleisch?", fragt Pauline neugierig. "Vieles davon findet man im Garten. Nämlich die Zwiebeln, Tomaten, Sellerie und die Karotten", erklärt Angelika Herbst. Die Kinder machen sich ans Gemüse und schnippeln, was das Zeug hält. "Aber immer weg vom Körper schälen", mahnt Herbst, während die ersten schon das Hackfleisch anbrutzeln.


Dämpfe, Düfte und Dolce Vita

Der renovierte Altbau füllt sich mit Dämpfen, Düften und Dolce Vita. Frische Tomaten rollen über die Arbeitsfläche, Basilikumblätter werden gezupft, Balsamico gibt den letzten Schliff. "Das kenne ich, das ist Oregano! Das kommt bei uns immer auf die Pizza", ruft Jenni. "Richtig. Mit Gewürzen kann man viel experimentieren. Bei italienischen Gerichten wird am häufigsten mit Oregano, Rosmarin, Thymian, Fenchel, Basilikum und Knoblauch gewürzt. Das gibt Pizza und Pasta gleich ein südliches Aroma", erklärt Herbst.
"Durch Würzen und Abschmecken entwickelt man mit der Zeit einen guten Geschmack, dazu brauche ich keine Päckchen aus dem Supermarkt", legt Herbst den Kindern ans Herz. Hier und da wird in Pfefferwolken geniest oder es laufen Tränen über lachende Kindergesichter. Natürlich wegen der beißenden Zwiebeln. "Daheim setz' ich mir immer meine Taucherbrille zum Zwiebelschneiden auf", lacht Sarah.
Jungköchin Julia hat mit ihrer Brille hingegen ein ganz anderes Problem: "Puh, in der Küche ist es ganz schön warm. Jedes Mal, wenn ich in den Topf gucke, seh' ich nix mehr." Doch immer wieder muss sie in den Kochtopf gucken, um zu testen, ob die Spaghetti schon al dente sind. Dann nimmt sie ein Geschirrtuch und putzt ihre angelaufene Brille. Andere werfen die schlangenähnlichen Nudeln an die Scheibe, denn bleiben sie kleben, so sind sie zum Abgießen bereit.


Wohlgeruch in der Nase

Langsam steigt den Mädels ein himmlischer Duft in die Nase und ohne Anweisung ist auch schon der Tisch gedeckt. Nach dem wohlverdienten Genuss zieht Laura das wichtigste Fazit: "Selbstgemacht schmeckt immer noch am besten!"