von unserem Mitarbeiter Werner Reissaus

Marktschorgast — Die Grundschule in Marktschorgast bekommt im Schuljahr 2014/ 2015 das Profil "Flexible Grundschule". Der Modellversuch, den das Kultusministerium gemeinsam mit der Stiftung "Bildungspaket Bayern" in den vergangenen vier Jahren an insgesamt 89 Schulen in ganz Bayern durchführte, habe sich als voller Erfolg erwiesen, so Kultusminister Ludwig Spaenle.
Das Angebot gebe der Schule und den Eltern die Möglichkeit, sich auf das einzelne Kind einzustellen, ließ CSU-Landtagsabgeordneter Martin Schöffel in einer Pressemitteilung verlauten. "Jeder Schulanfänger hat damit die Möglichkeit, den optimalen Start in die Schullaufbahn zu wählen und passgenau gefördert und gefordert zu werden. Kinder kommen mit verschiedenen Voraussetzungen an die Grundschule und entwickeln sich unterschiedlich. Mit der Flexiblen Grundschule ist es möglich, dies zu berücksichtigen und die ersten beiden Jahrgangstufen entweder in ein, zwei oder in drei Jahren zu durchlaufen."

Bildungsgerechtigkeit im Fokus

Wie Schulrat Mario Schmidt auf Anfrage mitteilte, werde das Modell der "Flexiblen Grundschule" weiter ausgebaut. Schmidt verwies auf die Leitziele der bayerischen Bildungspolitik: Das Kind stehe im Mittelpunkt - mit einer Flexibilität und Individualisierung in der Eingangsphase: "Ziel ist es, den Grundschülern Wege zu eröffnen, die ihren unterschiedlichen Begabungen und Interessen sowie ihrer individuellen Lernentwicklung noch besser gerecht werden." Demzufolge sieht die "Flexible Grundschule" ein passgenaues und individualisierendes Lernangebot für die Eingangsstufe vor. Die Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler in den jahrgangsgemischten Klassen wird als Chance für ein gemeinsames Lernen von- und miteinander genutzt. Der unterschiedlichen Entwicklung ist auch die Verweildauer von bis zu drei Jahren angepasst.

Den Leistungsdruck verringern

Rektorin Angelika Gruber stellt klar: "Diese drei Jahre sind kein Sitzenbleiben, sondern ein zusätzliches Angebot, damit die Kinder Zeit haben, die Kompetenzen in Deutsch und Mathematik zu erwerben, die am Ende der zweiten Jahrgangsstufe erforderlich sind. Das heißt, wir lassen ein unterschiedliches Tempo beim Lernen zu."
Der Elternbeirat steht der Einführung der Flexiblen Grundschule am Schulstandort Marktschorgast grundsätzlich positiv gegenüber, das geht aus einer Erklärung des Beirates hervor: "Wir hoffen, dass die Flexibilisierung den unterschiedlichen Begabungen und Interessen unserer Kinder sowie ihrer individuellen Lernentwicklung noch besser gerecht wird und dass der Leistungsdruck ein Stück weit von den Kindern genommen werden kann".