Bad Kissingen — Zu einem Vortrag beim Seniorenbeirat Bad Kissingen konnte Vorsitzender Hans-Peter Kreutzberg diesmal den Amtstierarzt am Veterinäramt des Landratsamtes Bad Kissingen, Dr. med. vet. Bernhard Bundscherer begrüßen.
Bundscherer, seit 34 Jahren Tierarzt und seit 1991 in Bad Kissingen, berichtete, dass in der Stadt bis 1995 ein kleines Veterinäramt bestand, das dann jedoch als eigene Abteilung in das Landratsamt eingegliedert wurde.

Hygiene und Überwachung

Einige Zuhörer staunten nicht schlecht, zu hören, dass zu den Aufgaben neben der Tierseuchenbekämpfung und dem Tierschutz auch Lebensmittelhygiene und -überwachung, Fleisch- und Milchhygiene und die Überwachung zum Beispiel die von Eiern, Fischen und Honig gehören.
Da gilt es, Notfallpläne für eventuell auftretende Seuchen zu erstellen - man erinnerte sich an Maul- und Klauenseuche, Schweinepest oder die Vogelgrippe. Massentierhaltung hat auch ihre Schattenseiten. Trotz vorbeugender Maßnahmen - meist unbemerkt - gegen den Auftritt von Seuchen kann die Bekämpfung manchmal dramatische Ausmaße annehmen und wegen notwendiger Massentötungen vielleicht auch Existenzbedrohlich für Landwirte sein.
Weitere Aufgaben sind die Überwachung der Tierhaltung - hierhin gehört auch, Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen und eventuell Gegenmaßnahmen einzuleiten -, die Überwachung tierärztlicher Arzneimittel, Kontrolle der Lagerung und Arzneianwendungen im Stall, Futtermittelüberwachung, auch Stellungnahmen zu Bauplänen für neue Ställe, Erteilung von Bescheinigungen (z.B. für Tierheime) und schließlich die Tierkörperbeseitigung. Viele, viele Aufgaben, die man sich beim Wort "Veterinäramt" kaum vorstellen konnte.
Der Referent ging weiter auf das Hygienepaket der EU ein (eine Basisverordnung und drei Gruppen von Vorschriften H1/H2/H3). Ziel dabei ist, Lebensmittel sicher und bekömmlich zu produzieren, einen freien Warenverkehr zu erreichen "from stable to table".

Viele Fragen

Wichtig ist weiter die Bedeutung der Lebensmittelketten und des Verbrauchervertrauens. In der EU sollen gemeinsame Methoden angewendet werden - leider werden die Regeln längst nicht überall eingehalten.
Kreutzberg bedankte sich für den interessanten Vortrag und die Bereitschaft des Referenten, die vielen Fragen sofort zu beantworten. Christa Nürnberger