Michelau — "Der Grundstock sitzt, darauf kann die Jugend aufbauen": Mit diesen Worten umschrieb Vorsitzender Gerold Hofmann die Situation der Angelfreunde Michelau. Am Freitagabend beging der rührige Verein im Rahmen einer kleinen Feier sein 50-jähriges Bestehen am Rudufersee zwischen Michelau und Schwürbitz.
Ins Festzelt am Rudufersee waren neben den drei Bürgermeistern der Gemeinde Michelau auch der Marktzeulner Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (FW) gekommen, war doch der Verein 1965 zunächst in Marktzeuln gegründet worden. Neben dem Vorsitzenden des Fischereiverbandes Oberfranken Horst Schramm war auch der Bauunternehmer Heinrich Schramm der Einladung ge-folgt, denn der Rudufersee entstand als Folge der Kiesgewinnung im Maintal. Auch eine stattliche Zahl befreundeter Vereinsvertreter war gekommen, um zum Jubiläum zu gratulieren. Unter ihnen befanden sich die benachbarten Angelvereine sowie die Wasserwacht Michelau und die Freiwillige Feuerwehr Neuensee und Schwürbitz.
"Wir haben inzwischen ein hervorragendes Miteinander" freute sich der Schirmherr Bürgermeister Helmut Fischer (CSU). Er bezog sich dabei auf die Interessensgemeinschaft am See zwischen Kioskbesitzerin, Wasserwacht und den Angelfreunden. Fischer erinnerte aber auch daran, dass es zu Beginn nicht ganz einfach war, die einzelnen Bereiche vertraglich abzustecken. "Jeder dachte, ihm gehört der See alleine", so Fischer schmunzelnd. Gleichzeitig bedankte er sich beim Anglerverein für den aktiven Natur-schutz am See.
Diesen Gedanken hob auch der Vorsitzende des Fischereiverbandes Oberfranken, Horst Schramm, hervor. Er würdigte das Eintreten des Vereins für den Naturschutz sowie die "geräuschlose" Arbeit des Vereins. In einem kurzen Rückblick umriss Franz Förtsch die 50-jährige Vereinsgeschichte. Er spannte dabei den Bogen von der Gründung in Marktzeuln mit dem Vorsitzenden Robert Menzel bis zum aktuellen Jubiläum. Vor allem die Anfangsjahre waren durch ständig wechselnde Fischgewässer gekennzeichnet. Nachdem Friedrich Feiler die Vorstandschaft übernommen hatte, wurde 1988 der obere Teil des jetzigen Baggersees von der Firma Schramm Kiesgewinnung gepachtet.

Vereinsinterne Streitigkeiten

Die Namensänderung der Angelfreunde ging nicht ohne vereinsinterne Auseinandersetzungen über die Bühne, doch durch das neue Vereinsgewässer kam es auch zu einem starken Anstieg der Mitgliederzahl. Mit dem Vereinsheim, das am 7. Juni 2008 eingeweiht wurde, hat nun der Verein einen festen Wohnsitz am Rudufersee.
Wie bei derartigen Jubiläen üblich nahmen die Ehrungen einen breiten Raum innerhalb der Veranstaltung ein. Die Ehrungen des Verbandes nahm Horst Schramm vor. Die goldene Ehrennadel erhielten Jürgen Steinbrink und Georg Förtsch. Mit der silbernen Nadel wurde Adelbert Sünkel ausgezeichnet. Seit Freitagabend hat der Verein auch fünf neue Ehrenmitglieder. Im Einzelnen sind dies Georg Förtsch, Adelbert Sünkel, Franz Förtsch, Wolfgang Nokiel und Friedrich Feiler. Georg Förtsch ist seit 47 Jahren im Verein. Seit über 30 Jahren gehört er der Vorstandschaft an. Adalbert Sünkel gehört seit 1979 dem Ver-ein an. Seit 1988 arbeitet er in der Vorstandschaft mit. Beide haben vor nicht allzu langer Zeit das Vereinsheim innen komplett renoviert. Franz Förtsch ist seit 26 Jahren der Schriftführer der Angelfreunde und Wolfgang Nokiel wurde auf Grund seines großen Engagements geehrt. Gerne hätte man dem früheren Vorsitzenden Friedrich Feiler persönlich gedankt, doch dieser war verhindert. Erinnerungsgeschenke für besondere Leistungen im Verein erhielten Bernd Mayer, Franz Schäfer, Franz Förtsch, Adelbert Sünkel, Manfred Lindner, Tino Hofmann, Wolfgang Nokiel, Georg Förtsch, Jürgen Steinbrink und Adelbert Sünkel.

Oberfränkischer Fischertag

Mit seinem großen Fischerfest feierte der Jubelverein am Sonntag mit der gesamten Bevölkerung. Am 14. Juni will der Verein eine eigene Jugendgrup-pe gründen, denn inzwischen sind zwölf Jugendliche im Verein aktiv. Für den 4. und 5. Juli kündigte Gerold Hofmann den oberfränkischen Fischertag an, der heuer am Rudufersee gefeiert wird.