Vor 50 Jahren wurde die Altherrenabteilung des Sportvereins Großgarnstadt (SVG) aus der Taufe gehoben. Mit einem Festkommers haben die Mitglieder das runde Jubiläum am Wochenende gebührend gefeiert.
"Der SVG wäre bei weitem nicht der SVG, gäbe es nicht die vielen Mitglieder der AH-Abteilung, die sich für andere einsetzen, die Grundlagen schaffen, auf denen man aufbauen kann und die viel ihrer persönlichen Freizeit opfern, damit Tradition und Geselligkeit weiterbestehen", betonte der Vorsitzende, André Greiner.
Anhand der von ihm aufgelisteten Einsätze, die von den Altherren übernommen werden, zeigte er auf, dass die Abteilung eine wichtige Stütze des Vereins ist. Weiter machte Greiner deutlich, dass das Leben und vor allem das Überleben von Vereinen in ländlichen Gebieten nicht einfacher werde. Auch der SVG könne sich vor dem demografischen Wandel nicht verstecken und so tun, als würde dieses Problem um den Verein einen Bogen machen. "Wir müssen die Herausforderungen unserer Zeit annehmen und das Beste daraus machen", ermutigte der Vorsitzende.
Einen Rückblick auf die fünf Jahrzehnte hielt Abteilungsleiter Frank Carl und erinnerte an den 13. Juli 1967, als sich 15 Vereinsmitglieder im Vereinslokal trafen, um die Abteilung zu gründen. Diese wurde anfangs von Heinz Förster geleitet. Das Mindestalter betrug 28 Jahre und der Monatsbeitrag wurde auf 50 Pfennig festgesetzt. Bereits zum Jahresende wuchs die Abteilung auf 35 Mitglieder an. 1984 war für die Altherren das bisher erfolgreichste Jahr, denn es wurden bis zu 30 Partien ausgetragen - sogar in Österreich.
Neben der Austragung von Freundschaftsspielen und der Teilnahme an Turnieren prägen Geselligkeit und Kameradschaft die Abteilung. Diese wird alljährlich unter anderem mit der Himmelfahrts- und Winterwanderung oder dem Schlachtfest gepflegt. Zudem fungierten die Altherren als Ausrichter für Turniere, wie etwa im Jahr 2011 für den Ü-40 Cup oder der Hallenkreismeisterschaften für B-Senioren. Immer wieder halfen bei zu dünner Spielerdecke der ersten und zweiten Mannschaft Aktive der Altherrenabteilung in den Teams aus. Seit 2013 fungiert Frank Carl als Abteilungsleiter. Derzeit bestehen die "Altherren" aus 87 Mitgliedern. Neben einem Hüttenwochenende bei Reutersbrunn und dem zweitägigen Kommers ist für das Jubiläumsjahr noch ein Wanderausflug rund um den Staffelberg für September geplant.
"Spiel, Spaß und Gemeinschaftssinn, das pflegt ihr Altherren des SV schon seit 50 Jahren", lobte Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG) als Schirmherr. Er erläuterte mit einem Augenzwinkern den Begriff "Altherren". Viele der Mitglieder kicken bereits seit der Jugend im Verein und haben nach wie vor viel Freude am Fußballsport. Nach Meinung des Bürgermeisters nehmen die AH-Spieler ihre Motivation aus dem Gemeinschaftssinn, der im Verein ausgeprägt ist. "Beeindruckend und zugleich Bestätigung - Fußball ist nicht nur Hobby, es ist eine Lebenseinstellung", attestierte Reisenweber und zeigte sich beeindruckt vom Elan der Spieler. Dabei bekennen sie sich zum Kameradschafts-, Mannschafts- und Teamgeist.
Kuno Geiger, der seit 45 Jahren Mitglied ist und von 1989 bis 2007 als Trainer fungierte, wurde mit einem Gutschein gedankt. Nach wie vor wäscht seine Frau Edeltraud die AH-Trikots, während Kuno Geiger mit fast 83 Jahren immer mittwochs an der Spielersitzung teilnimmt und das Essensgeld kassiert.
Dem Festkommers schloss sich am Samstag ein Kleinfeldturnier für AH-Teams an. Musikalisch umrahmten die Festtage DJ Heiko Engel und Jochen Kroner. Alexandra Kemnitzer