Rentweinsdorf — Beim Seniorenkreis der Kirchengemeinden Rentweinsdorf und Salmsdorf musste die Leiterin Helga Wegner kurzfristig das Thema des Nachmittages wechseln, da der angekündigte Referent der Polizei abgesagt hatte. Über 50 Senioren überraschte die Leiterin der Gruppe stattdessen mit einem Vortrag, in dem sie aus alten Rechnungen und Rechnungsbüchern ihres Großvaters, des Rentweinsdorfer Schreinermeisters Friedrich Hildebrand, berichtete.
Sehr interessant waren die Ausführungen zu den Rechnungsbüchern, die in den Jahren 1905 bis 1910 entstanden waren, waren doch viele Verwandte und Bekannte der Zuhörer unter den damaligen Rechnungsempfängern gewesen.
Die Einnahmen setzten sich, wie sich zeigte, oft nur aus Pfennigbeträgen zusammen und die Rechnungen wurden teilweise erst am Jahresende gestellt.

Der Ökonom und der Privatier

Interessant war auch, wie Schreinermeister Hildebrand die verschiedenen Berufe und Tätigkeiten beschrieben hatte. So tauchen beim Namen der Rechnungsempfänger Bezeichnungen wie Ökonom, Schlossdiener, Kantor, Bahnagent, Postbot' und Privatier auf.
Ausführlich beschrieben waren auch Restaurierungsarbeiten in der Rentweinsdorfer Kirche im Jahre 1906, die der Meister mit seinem "Lehrbub" Lorenz ausgeführt hatte. Für dreieinhalb Tage Arbeit einschließlich "Einlegen der Orgel mit Orgelbauer Steinmeier aus Öttingen" wurden 304,24 Mark verlangt.
Für den seinerzeitigen Kantor Wilhelm Schwab wurde ein Bienenhaus für 1,50 Mark gebaut, und Bäckermeister Johann Horn erhielt eine Schreibkommode "mit verschiedenen geheimen Fächern" zu 55 Mark.
Helga Wegner ergänzte ihren Vortrag mit Auszügen der Rechnungsbücher von 1935 bis 1949, in denen sich der Krieg und die schwierigen Jahre danach widerspiegelten.
Die Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes, Renate Becker, berichtetet kurz über die Behindertenarbeit in Beit Jala (Israel), wohin immer wieder Hilfe aus Rentweinsdorf fließt. Beim nächsten Treffen am 13. Januar referiert Iris Wild aus Baunach über das Thema "Fit ab 70". sch