Zwar sind Sänger und Schauspieler der Musicalgruppe des Bereiches Offene Hilfen (OH) der Lebenshilfe Haßberge aufgrund ihrer Bühnenerfahrung fast schon alte Hasen. Trotzdem feiern sie am Sonntag, 10. Juli, im Ebelsbacher Bürgersaal eine Premiere, denn bei ihrem neuesten Werk "Morgen will ich König sein" werden Leiterin Alexandra Sahlender und Co. von 15 Jugendlichen vom Haßfurter Regiomontanusgymnasium unterstützt.
Das Musical, das wie schon "Die Zauberpizza" (2013), "Lorenas Augen" (2014) und "Wir haben's kapiert" der Unfindener Liedermacher Martin Scherer geschrieben hat, ist diesmal ein großes Inklusionsprojekt. Es entstand in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Haßberge und einem viersemestrigen Projektseminar zur Studien- und Berufsorientierung der Oberstufe des Gymnasiums Haßfurt, geleitet von Petra Schlosser. Die Musikpädagogin hat den Kontakt zur Lebenshilfe vertieft, nachdem sie die Musicalgruppe seit zwei Jahren ehrenamtlich begleitet und unterstützt.
"Die Schülergruppe hat sich die Einrichtung in Sylbach als externen Kooperationspartner gewählt, um Einblick in die Arbeit der Lebenshilfe Haßberge zu bekommen", erklärt Bettina Surkamp, Leiterin der Offenen Hilfen, die im Stadthaus der Lebenshilfe am Haßfurter Marktplatz untergebracht sind. Es gehe aber auch darum, den inklusiven Gedanken im Rahmen eines Musicalprojektes zu verwirklichen.
Die Hauptaufgabe bestand in den letzten Monaten demnach darin, in einigen Arbeitskreisen für das passende "Drumherum" zu sorgen. Die künftigen Abiturienten kümmerten sich beispielsweise um das Bühnenbild und die Requisiten oder das Schreiben der Einladungen und die Gestaltung der Flyer/Plakate. Auch eine Raumbegutachtung war eine der Aufgaben: Die Schüler haben den Bürgersaal nach den Kriterien der Barrierefreiheit bewertet. Zu guter Letzt haben sie sich mit dem Thema "leichte Sprache" auseinandergesetzt, unterstützen am 10. Juli bei Auf- und Abbau sowie beim Verkauf der Getränke und der Snacks.
Doch um welches Thema geht es bei "Morgen will ich König sein" eigentlich?
Alle Menschen haben Träume. Sie sind dazu da, die Menschen voran zu bringen. Visionen beflügeln ihre Kreativität. Die Vorstellungskraft gestaltet Lebensräume, die noch gar nicht existieren. Wenn also manche der jugendlichen Schauspieler davon träumen, einmal jemand anderer zu sein, ist das völlig normal. Doch ob sie sich ihre Träume erfüllen können? Ein geheimnisvoller Fremder und sein zerbrochener Stab bergen ein großes Geheimnis, was den bodenständigen und liebevoll schrulligen Schreinermeister Maik allerdings überhaupt nicht interessiert, bei anderen jedoch Begehrlichkeiten weckt.
Die Handlungen und Szenen des neuen Musicals sind ebenso realitätsnah wie fiktiv und meistens amüsant. Martin Scherer hat den Protagonisten wieder viele schöne Lieder auf den Leib geschrieben.
Der Vorhang im Bürgersaal öffnet sich um 17 Uhr, vier Stunden vor dem Europameisterschaftsfinale. Bereits ab 14.30 Uhr laden Bettina Surkamp und viele weitere Helfer zum gemütlichen Austausch bei Kaffee und Kuchen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. red