Nina Partheymüller heißt die Siegerin des Vorlesewettbewerbs für die sechsten Klassen der Schulen im Landkreis Lichtenfels. Die Jugendliche, die das Gymnasium in Burgkunstadt besucht, behauptete sich beim Kreisentscheid gegen fünf starke Konkurrenten. Nina hat sich damit für die nächste Runde qualifiziert und wird nun den Landkreis beim oberfränkischen Bezirksentscheid vertreten. Der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgerichtete Wettbewerb möchte bei Mädchen und Jungen die Freude am Lesen wecken. Ein Ziel, das er bereits seit 57 Jahren verfolgt.


"Nur wer liest, versteht"

Das Burgkunstadter Gymnasium erwies sich beim Kreisentscheid als perfekter Gastgeber. Zur "seelischen Unterstützung" hatten sich auch Eltern, Lehrer und Freunde der Wettbewerbsteilnehmer in der Aula eingefunden. "Lesen als Grundlage aller Bildung ist extrem wichtig. Denn nur wer liest, kann verstehen", erklärte Oberstudienrat Christian Voll. Der Fachbetreuer für Deutsch hatte zusammen mit seiner Kollegin Katharina Puscz die Veranstaltung hervorragend organisiert. "Ihr müsst nicht aufgeregt sein. Ihr alle seid bereits Schulsieger und gehört somit zu den Besten", wandte sich Voll an die Jugendlichen.
Für die sechs Teilnehmer gab es deshalb gleich zu Beginn Buchpräsente und Teilnehmerurkunden. Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) überreichte Geschenke der Stadt. Dann aber wurde es für die Sechstklässler ernst. In der fünfköpfigen Jury saßen die frühere Deutsch-Fachbetreuerin Elisabeth Gebhardt, Grundschullehrerin Simone Betz von der Montessori-Schule in Mitwitz, die Altenkunstadter Grundschullehrerin Sieglinde Schmidt, Bürgermeisterin Christine Frieß, die vor ihrem Wechsel ins Rathaus an der ehemaligen Friedrich-Baur-Mittelschule unterrichtet hat, sowie Jonah Trinkwalter aus der Klasse 9a. Er war vor drei Jahren Schulbester gewesen und hatte den Sieg auf Kreisebene nur knapp verpasst.


Tempo, Aussprache, Betonung

Zu den Kriterien, nach denen die Jury bewertete, gehörten die Lesetechnik, in die ein angemessenes Lesetempo, deutliche Aussprache und sinngemäße Betonung einfließen, eine angemessene Interpretation ("Wurde die Stimmung und Atmosphäre des Textes verstanden und dem Publikum vermittelt?") sowie die Textauswahl ("Ist der vorbereitete Textabschnitt schlüssig und sind Anfang und Ende verständlich?"). Konzentriert lauschten die Juroren den Beiträgen der Schüler. Pascal Eberth von der Pater-Lunkenbein-Schule Ebensfeld las aus dem Jugendroman "Die drei Fragezeichen und das Riff der Haie" von William Arden, Emily Hennig (Albert-Blankertz-Schule Redwitz) aus Angela Waidmanns "Mord in Abercombie Village". Nadine Hutter (Adam-Riese-Volksschule Bad Staffelstein) gab Kostproben aus Dagmar Hoßfelds "Ein Turnier für Vier" zum Besten, während Nina Partheymüller (Gymnasium Burgkunstadt) sich für einen Abschnitt aus Catherine Mac Phails "Tote Lehrer gehen nicht shoppen" entschieden hatte. Hanna Späth (Viktor-von-Scheffel-Realschule Bad Staffelstein) ging mit einem Text aus Isabel Abedis "Hier kommt Lola" ins Rennen. Luisa Subat (Meranier-Gymnasium Lichtenfels) versuchte, mit Auszügen aus der Story "Fabelhafte Fritzi - Liebeschaos und Gedankensalat" von Susanne Fülscher zu punkten.
Im zweiten Teil mussten die Jugendlichen einen unvorbereiteten Text aus dem Roman "Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis" von Neal Shusterman und Eric Elfman lesen. In beiden Kategorien boten die Jugendlichen hervorragende Leistungen, doch am Ende hatte Nina Partheymüller die Nase vorn. "Es war ein sehr, sehr knappes Ergebnis. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", stellten die Juroren fest. Für den Bezirksentscheid drücken Schüler und Lehrer "ihrer" Nina ganz fest die Daumen. Zur Belohnung bekam sie ein Buch geschenkt.