Matthias Einwag

Rund 2000 Besucher waren am 16. Januar in die Stadthalle gekommen, um die "Project X"-Party zu besuchen. Project X - so wird es von Wikipedia definiert - "ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 2012. Der Found-Footage-Film handelt von dem wenig beliebten Schüler Thomas und seinen Freunden, die beliebter werden wollen, indem sie eine Party veranstalten. Diese entwickelt jedoch bald eine erhebliche Eigendynamik und gerät schließlich völlig außer Kontrolle."
Zwar lief die Lichtenfelser Party nicht völlig aus dem Ruder wie ihr Vorbild, aber dennoch kam es laut Darstellung der Polizei zu vier gefährlichen Körperverletzungen mit mehreren Verletzten, und einige Besucher seien stark alkoholisiert gewesen. Auch Verstöße gegen Auflagen waren dem Veranstalter, der Firma "Discomakers" aus Höchstadt, vorgehalten worden.
In einem Schreiben an die Redaktion beklagte Jürgen Kuhn von der Firma "Discomakers", dass der Pressebericht, der aus dem Polizeibericht entstanden war, nicht den Tatsachen entspreche. Seine Firma habe die Begrenzung der Besucherzahlen strikt eingehalten und die Kennzeichnung der verschiedenen Altersklassen über unterschiedliche Stempel wahrgenommen. Auch den Vorwurf, ein 17-Jähriger habe bei der Party so viel Wodka getrunken, dass er mit Alkoholvergiftung auf die Intensivstation gebracht werden musste, relativierte Kuhn: "Diese Flasche Wodka wurde zu Hause getrunken, das hat nichts mit mir als Veranstalter zu tun."


Polizei und Ordnungsamt befragt

Die Redaktion wandte sich daraufhin an die Polizei und das Lichtenfelser Ordnungsamt, um zu erfahren, ob der Veranstalter nicht vielleicht zu hart angefasst wurde.
Willibert Lankes, der Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels, antwortet klar und deutlich: "Die vier gefährlichen Körperverletzungsdelikte, die waren - die kann man nicht wegdiskutieren." Außerdem sei um 2.30 Uhr noch Bier ausgeschenkt worden, was der Veranstalter nicht hätte tun dürfen. Gleichwohl seien dies "in Anbetracht der Menschenzahl keine großen Verwerfungen", resümierte Lankes und fügte hinzu, dass die Security des Betreibers gut gearbeitet habe.
Peter Zillig vom Lichtenfelser Ordnungsamt sagte, dass er verschiedene Stellungnahmen von der Polizei, von den Hausmeistern der Halle und von BRK-Angehörigen eingeholt habe. "Wir waren persönlich nicht vor Ort", fügte er hinzu, doch er gehe davon aus, dass das, was die Polizei feststellte, auch stimme. Das Prüfverfahren sei noch nicht abgeschlossen. "Wir geben nun allen Beteiligten die Möglichkeit, die Ereignisse aus ihrer Sicht zu schildern", sagte Zillig, denn "wir wollen verhindern, dass es zu reinen Alkoholveranstaltungen kommt".


Runder Tisch angeregt

Seitens des Ordnungsamts seien Vertreter der Polizei, des Jugendamts und des Veranstalters zu einem gemeinsamen Gespräch gebeten worden. Ein Termin sei noch nicht festgelegt, werde aber spätestens nächste Woche anvisiert. Dabei sollen alle Vorkommnisse dieser Partynacht zur Sprache kommen, sagte Zillig. Das sei wichtig, denn: "In den letzten Jahren gab es nichts Auffälliges."