Immer wieder bringen sich Menschen ehrenamtlich in das Gemeinwohl ein. Dies würdigt die Stadt Wallenfels seit heuer durch die Verleihung von Ehrenzeichen ganz besonders.
Einer der Geehrten, der vierzig Jahre als Vereinskassierer im Frankenwaldverein (FWV) gewirkt hat, ist der 88-jährige Albin Förner aus Wallenfels. Auch wenn er das Amt zwischenzeitlich in jüngere Hände gelegt hat, unterstützt er immer noch bei den Vereinsfinanzen und der Mitgliederverwaltung. Da Förner bei der zurückliegenden offiziellen Verleihungszeremonie gesundheitlich bedingt nicht dabei sein konnte, ließ es sich Bürgermeister Jens Korn (CSU) nicht nehmen, das Ehrenzeichen in Gold persönlich zu überreichen.
Albin Förner wurde 1928 in der Flößerstadt Wallenfels geboren und verbrachte dort sein ganzes Leben. Noch während der Weltkriegswirren begann er eine Lehre als Bankkaufmann bei der damals selbstständigen Raiffeisenbank in Wallenfels. Dort arbeitete er sich über Jahrzehnte hinweg nach oben und wurde schließlich sogar geschäftsführender Vorstand. Der "Raiffeisen-Albin", wie er bei allen Wallenfelsern bekannt ist, trat 1988 in den Ruhestand. Einige Jahre pflegte er seine Ehefrau, die im Jahr 2010 starb. Nun kümmern sich seine beiden Kinder Christa und Josef mit Familie liebevoll um den Vater.
Albin Förner ist Mitglied in mehreren weiteren Wallenfelser Vereinen und wurde im Jahr 1995 für seine Verdienste mit der Silbernen Bürgermedaille der Stadt Wallenfels geehrt. Seit 2012 ist er Ehrenkassierer im Frankenwaldverein und dort Träger der goldenen Vereinsnadel.


Doppelfunktion ausgeübt

Nicht nur das Finanzielle war es, das ihn zum Frankenwaldverein brachte. Eigentlich war es die Sorge um seine Gesundheit. Bereits mit fünf Jahren ereilte ihn das Schicksal der Kinderlähmung, und von da an war seine Mobilität eingeschränkt. Als Erwachsener spürte er, dass ihm das Wandern gut tat - und so wanderte er regelmäßig weite Strecken. Im Jahr 1968 gründeten sich auf seine Initiative hin die Mittwochs- und Samstagswanderer, die sich das gemeinsame Wandern aber auch die Geselligkeit auf die Fahnen schrieben. In dieser Zeit erfuhr die Wallenfelser FWV-Ortsgruppe eine Blütezeit, da viele der damaligen Frankenwaldurlauber dem Verein beitraten.
Dem Geehrten ist es auch zu verdanken, dass es seit 1995 im jährlichen Rhythmus die Drei-Länder-Treffen gibt, bei denen Kultur, Wandern und Geselligkeit über Ländergrenzen hinweg gepflegt werden.
Zusammen mit anderen Weggefährten ist es ihm gelungen, fünf Wandervereine aus Thüringen, Sachsen und Bayern so freundschaftlich zu verbinden, dass hieraus die aus dem Vereinsleben nicht wegzudenkenden Treffen wurden. Dieser Erfolg war vielleicht auch seiner damaligen Tätigkeit als Wanderwart geschuldet. Letztere übte er 18 Jahre lang in Doppelfunktion aus.
Infolge eines Sturzes vor einigen Jahren ist Albin Förner leider nicht mehr ganz so mobil. Als Präsident der Samstagswanderer möchte er aber gelegentlich weiter mit von der Partie sein, als "Autowanderer", wie er sich selbst bezeichnet. js