Kein Blatt vor den Mund nahm Obmann Adolf Hildner bei der Jahreshauptversammlung des BBV-Ortsverbands Stadtsteinach im Gasthof Zum goldenen Hirschen. "Für landwirtschaftliche Produkte muss der Verbraucher immer mehr bezahlen, jedoch bekommt der erzeugende Bauer wenig davon", prangerte er an.
Als Beispiel zog der Bergleshofer den Milchpreis heran: "Der Bauer erhält jetzt sage und schreibe zwei Cent pro Liter mehr, der Verbraucher muss aber 15 bis 20 Cent mehr zahlen. Wo ist denn da die Gerechtigkeit?"
Kein Verständnis zeigte der Obmann für die großen Reklameschilder, die der Bauernverband aufgestellt habe, da diese kein normaler Mensch erklären könne. "Sinnloses Geldverschwenden" sei das bayernweit veranstaltete Seminar "Brennpunkt Schwarzwild" gewesen. Der Gipfel sei für ihn aber die "biberfreie Zone" in Waldau. "Da geht einem doch das Messer in der Tasche auf", wetterte Hildner. Hier stünden drei Biberberater und 450 000 Euro zur Begleichung der Schäden im Jahr bereit. "Andererseits gibt es für gravierende und existenzbedrohende Schwarzwildschäden gar nichts, das soll einer noch verstehen!"
Die Bundesregierung erhöhe permanent den bürokratischen Aufwand. "Der Wahnsinn zieht immer größere Kreise", sagte Adolf Hildner. Vielleicht wäre ja ein deutscher Donald Trump nötig, um aufzuräumen.
BBV-Kreisobmann Wilfried Löwinger bemängelte, dass zur Durchsetzung von Verbesserungen Mehrheiten erforderlich seien und das Verständnis für die Sache immer mehr schwinde. Zum anderen habe der Verband noch vieles verhindern können und stets für die Landwirtschaft gekämpft. Die Zukunft werde auf alle Fälle nicht besser, das Hofsterben werde nicht enden.
Die Neuwahlen brachten anschließend folgendes Ergebnis: Obmann Adolf Hildner, Stellvertreter Michael Rieker, Ortsbäuerin Anette Reuther, Stellvertreterin Lilly Hildner, Kassierer und Schriftführer Josef Reuther, Beisitzer Anton Geyer und Andreas Klier. kpw