Kämmerer Christian Jakobs stellte dem Adelsdorfer Haupt- und Finanzausschuss den Haushalt für 2017 vor, der in seiner Endfassung in der Dezembersitzung verabschiedet werden soll. Rund 17 Millionen Euro beträgt das Haushaltsvolumen und liegt damit in gleicher Höhe wie der für dieses Jahr. Bis 2020, so prognostizierte Jakobs, wird es auf rund 20 Millionen Euro ansteigen.
Verändern werden sich für die kommenden Jahre die Quellen, aus denen es finanziert wird. Die "nicht nachhaltigen Einnahmen" der Vergangenheit sind versiegt. In einer Größenordnung von etwa 500 000 Euro sind in den vergangenen Jahren Erlöse aus Grundstücksgeschäften und Verbesserungsbeiträgen in den Etat eingeflossen. "20 Jahre hat sich Adelsdorf damit am Leben gehalten", fasste Jakobs die über die Kommune verkauften Baugebiete Läusbergring, Oesdorfer Weg, Grünsee, Aischtalblick und Alter Schulsportplatz zusammen.


Auf Nachfrage reagiert

Vom Ausverkauf war deshalb schon vor längerer Zeit die Rede. Bei der Beurteilung seien aber verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Einmal, dass der Landkreis Erlangen-Höchstadt seit vielen Jahren bis heute Zuzugsraum ist, also die Nachfrage nach Grundstücken konstant bleibt, wenn nicht gar steigt. Zum anderen war mit dem Umzug von Aldi auf sein heutiges Gelände zu erwarten, dass der Discountriese seinen umfangreichen Grundbesitz um Reuthsee und altes Zentrallager gewinnbringend verkaufen möchte.
Schon bald meldete sich bei der Gemeinde ein Investor für Wohnbebauung, da die Grundstückslage für Gewerbe nicht geeignet ist und eben Nachfrage nach Wohneigentum besteht. Auch wenn letztlich ein anderer Investor die Bebauung verwirklicht, waren die Weichen Richtung Einwohnerzunahme schon lange gestellt.
Darauf habe die Kommune reagiert. Zuerst mit der Ausweisung eines eigenen Baugebiets am Grünsee, dann mit erheblichen Investitionen in die Infrastruktur, insbesondere in Kinderbetreuungseinrichtungen. Hier stieg der Zwang zum Handeln nochmals durch den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Mit der Erweiterung der Kita Villa Kunterbunt scheint derzeit der Bedarf abgedeckt zu sein.
Die Erlöse aus Grundstücksverkäufen flossen zum Teil auch in Unterhalt und Sanierung vorhandener Einrichtungen, so die Straßensanierung. Diesen Etatposten (2016: 300 000 Euro) führte Jakobs im neuen Haushalt auf die alte Summe von 70 000 Euro zurück.
Die neuen Baugebiete führten zu einer Zunahme der Bevölkerung, die weiter anhalten wird, werden die Bauparzellen im Reuthsee nun nach und nach bebaut. Das wiederum führt zu einem Ansteigen der Einkommensteueranteile. Für 2017 erwartet der Kämmerer rund 4,8 Millionen Euro (2016: vier Millionen Euro). Dazu kommen noch 3,4 Millionen Euro aus Grundsteuer und Umsatzsteuerbeteiligung.
Auf der Ausgabenseite wachsen ebenfalls die Posten. Der größte mit 5,5 Millionen Euro firmiert als Transferaufwendungen und beinhaltet die Kreisumlage und die Gewerbesteuerumlage. Die Personalaufwendungen werden bei 4,5 Millionen Euro liegen, während sie 2015 noch bei 3,8 Millionen Euro lagen. Das ist im Wesentlichen der Stellenmehrung im sozialen Bereich, insbesondere bei der Kinderbetreuung geschuldet. Bei letzterer kamen zehn Arbeitskräfte in jüngster Zeit dazu.
Die nächsten Jahre werden schwieriger werden, kann man aus Jakobs Zusammenfassung ablesen. 2018 und 2019 werden weder der Ergebnis- noch der Finanzhaushalt ausgeglichen sein. Hier hat er allerdings auch die Unsicherheitsfaktoren Sanierungsmaßnahmen und Schlüsselzuweisungen konservativ eingestellt. Deswegen fordert er schon heute eine Umstellung des Haushalts auf nachhaltige Erträge. Der eine Punkt sind kostendeckende Gebühren wie Straßenreinigung oder Wasser, der andere die Erhöhung der Einkommensteueranteile.