von unserem Mitarbeiter Franz Seubold

Marktgraitz — War die Korbmacherei früher in unserer Gegend weit verbreitet, erinnert daran nur noch einmal im Jahr im großen Stil der Korbmarkt in der Korbstadt Lichtenfels.
Körbe wurden im vergangenen Jahrhundert in fast jedem Haus "gestrickt". Heute ist das Körbeflechten eher eine Liebhaberei.
In Marktgraitz gibt es noch einen, der mit Verve die Korbmacherei als Hobby pflegt, sogar Kurse gibt. Seit Montag leitet er einen Weidenkurs auf der "Steinach-Ranch" von Manfred Müller. Es ist Heinrich Geßlein (Rix), der mit dem Kreisfachberater Michael Stromer den Kurs leitet, der von der Umweltstation Weismain initiiert ist. Neun Interessenten haben sich für diesen außergewöhnlichen Flecht-kurs gemeldet, denen eine Woche 200 Euro wert ist.
Vom Montag bis einschließlich Samstag geht es diese Woche um Weiden(anbau), um Flechten, um kreatives Gestalten mit Weiden. Neben acht Frauen aus dem Landkreis ist ein Mann aus Schönbrunn bei Wunsiedel dabei. Der ist Vorsitzender des heimischen Gartenbauvereins mit einer Jugendgruppe, die 48 Buben und Mädchen unter 18 Jahren als Mitglieder hat. Klar, dass für ihn ein solcher Kurs von besonderem Interesse ist. Die wissbegierigen Damen kommen aus Kösten, Unnersdorf, Redwitz ...

Erinnerungen an früher

Alle Teilnehmer haben Erinnerungen an Großeltern oder Eltern, die einst Körbe gemacht haben, und wollen jetzt selbst Erfahrung sammeln (Gertrud Zahn aus Unnersdorf), um zu Hause alte Körbe wieder herrichten zu können. Oder sie wollen im eigenen Garten mit Flechtwerk Kreatives schaffen (Marie Gick, Redwitz).
Auf der Steinach-Ranch in der Rosenau erläuterte Michael Stromer die Flechttradition im Landkreis, sagte, dass es heute noch kleine Korbbetriebe gebe und einen Großhändler. Weiden gebe es in der heimischen Natur, in Marktgraitz die Weidenkulturen von Heinrich Geßlein. Kopfweiden werde man im Laufe des ersten Tages in Weismain schneiden. Nach dem Kennenlernen, Sich-Vorstellen und theoretischen Erläuterungen zur Flechtkunst ging es hinaus auf die Weidenanbaufläche von Heinrich Geßlein vor Trübenbach. Weiden waren hier schon geschnitten, wurden für die praktische Arbeit aussortiert und gebündelt. Am Nachmittag wurden Kopfweiden in Weismain geschnitten. Am Dienstag ging es auf der Steinach-Ranch kreativ zu. Jeder begann - und vollendete die Flechtarbeit nach seiner Vorstellung unter Anleitung von Heinrich Geßlein. Dabei ging es locker, ja fröhlich zu. Am Ende des Tages zeigten sich alle mit dem bisher Praktizierten sehr zufrieden und freuten sich auf die kommenden Tage bis zum Schluss.