von unserem Mitarbeiter Dieter Britz

Rannungen — Die Bürger der Gemeinde Rannungen müssen mit einer Erhöhung des Abwasserpreises schon ab dem kommenden Jahr rechnen. Zwei Gründe gibt es dafür: Die amerikanischen Truppen sind aus Schweinfurt abgezogen, deshalb wird wesentlich weniger Abwasser als bisher in die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Obere Werntalgemeinden geliefert, doch die Kosten für die Unterhaltung bleiben gleich. Gleichzeitig hat sich die Abwassermenge aus Rannungen plötzlich um nicht weniger als 50 Prozent erhöht. Einen Grund dafür konnte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU/ FW) nicht nennen. Mitglieder des Gemeinderates stellten denn auch die Frage, ob die Einleitungsmengen wirklich richtig gemessen wurden.


Bisher 2,48 Euro

Seit 2014 müssen die Bürger 2,48 Euro pro Kubikmeter Abwasser bezahlen. Das sollte eigentlich noch bis einschließlich 2016 so bleiben. Nachdem nun die Abrechnung des Zweckverbandes für 2014 vorliegt und eine Fortschreibung für 2015 bis 2016 vorgenommen wurde, wäre ein Preis von 3,40 Euro pro Kubikmeter fällig, heißt es in der Verwaltungsvorlage an die Gemeinderäte.
"Niemand kann sich erklären, warum unsere Einleitungsmengen so schnell und so stark gestiegen sind", sagte Bürgermeister Zehner. Das Wasserwirtschaftsamt habe keine Erklärung, die Eichung der Geräte sei nachgeprüft, außerdem habe es eine Trockenperiode gegeben. Die einzige mögliche Erklärung, die er hatte: An älteren Hausanschlüssen könnte Fremdwasser eindringen.
Auf die Frage "Gibt es das Problem, seit wir an Gelders-heim angeschlossen sind?", gab es keine Antwort. Mehrere Gemeinderäte wunderten sich sehr über "Ausreißer" in der gemessenen Abwasser-Anlieferung. Meist wurden 150 Kubikmeter pro Tag gemessen, an manchen Tagen aber auch über 800. Deshalb solle eine Langzeitmessung mit geeichten Geräten an zwei Stellen gemacht werden, wurde vorgeschlagen.
Schließlich einigte sich der Gemeinderat darauf, den dreijährigen Kalkulationszeitraum, der eigentlich wie erwähnt noch das Jahr 2016 erfassen sollte, abzubrechen. Ab dem kommenden Jahr gibt es einen neuen vermutlich ebenfalls drei Jahre dauernden Kalkulationszeitraum.


Einstimmiger Beschluss

Ein neuer Abwasserpreis soll noch beschlossen werden. Damit er nicht zu hoch ausfällt, soll der Anteil für die Straßenentwässerung von acht auf etwa 12 Prozent erhöht werden, er wird also aus der Gemeindekasse bezahlt. Dieser Beschluss fiel einstimmig. Außerdem ist daran gedacht, einen gesplitteten Preis für die Berechnung einzuführen und unter anderem die "Versiegelung" der Grundstücke mit Beton zu berücksichtigen.