Mit Entsetzen reagieren der Vorstand des Dekanatsrats im katholischen Dekanat Coburg, der Pfarrgemeinderat von St. Augustin sowie der Seelsorgebereich "Coburg - Stadt und Land" auf die Hasstiraden und Morddrohungen auf Facebook gegen den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. "Das ist absolut nicht hinnehmbar", erklärt Dekanatsratsvorsitzende Maria Kollo. Sie, Dekan Roland Huth und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Susanne Schneider sichern dem Bamberger Oberhirten in einer Stellungnahme ihre volle Unterstützung und Solidarität zu.
Angefeindet wird Erzbischof Schick wegen seiner Äußerungen bei einem Gesprächsforum in Nürnberg. Bei dem Gespräch hatte Schick auf die Frage, ob er sich einen muslimischen Bundespräsidenten vorstellen könne, entgegnet, dass dies von der Kirche zu akzeptieren wäre, wenn die Entscheidung demokratisch zustande gekommen sei. Alles andere wäre undemokratisch. Er wies aber auch darauf hin, dass eine derartige Entscheidung derzeit wohl kaum den Rückhalt der Gesellschaft fände.
Damit, so die Coburger Katholikenvertreter, habe Schick nichts anderes getan, als das Grundgesetz und die darin verankerten Grundrechte zu bestätigen. Dass er nun vor allem von Seiten der AfD angefeindet werde, könne nicht toleriert, sondern müsse als kriminelle Handlung angesehen werden. Dass die Vertreter der Coburger Katholiken sich hinter den Erzbischof stellen, sei keine "wohlwollende Geste, sondern eine christliche Aufgabe und demokratische Pflicht." red