Nordhalben — Schon zehn Jahre stand ein heruntergekommenes Haus leer an exponierter Stelle, an der Roseninsel direkt vor der Klöppelschule. Mindestens seit zehn Jahren wurde darüber verhandelt, wie man diesen Schandfleck beheben könnte. Nordhalbner, unter der Federführung der Bürgerinitiative Noha sowie der Freien Wähler, beseitigten nun diese Steine des Anstoßes letztes Wochenende.
Die frei gewordene Fläche soll als Grünanlage so gestaltet werden, dass sie der dort verlaufenden Straße Roseninsel gerecht wird.
Die bewegte Geschichte der Immobilie könnte stellvertretend für die wechselvolle Geschichte des Grenzorts Nordhalben stehen. Bei Kriegsende bezog es eine heimatvertriebene Schusterfamilie. 1962 bis 1989 hieß es nach seiner Bewohnerin "Muschhaus".
Die folgenden 25 Jahre waren geprägt durch häufig wechselnde Besitzer, die allesamt einen Umbau planten. Diese Maßnahmen scheiterten wegen unterschiedlichster Gründe.
Ein einstmals stolzes Häuschen wurde durch diesen langen Leerstand zu einer gefährlichen Bauruine. Leider kann man eine solche Entwicklung bereits an 40 Immobilien in Nordhalben beobachten. Alleine zehn davon sind schwer baufällig und stellen eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.
So sammelte die Bürgerinitiative Noha alle verfügbaren Kräfte und legte unter der Federführung Otmar Adlers und des Zweiten Bürgermeisters Gerhard Schneider, unterstützt von seiner Fraktion, selbst Hand an. Diese laut einer Pressemitteilung "schnelle und exzellent organisierte Aktion" sollte der Bevölkerung auch ein wenig zeigen, was man bewegen kann, wenn man zusammen mit Nachbarschaftshilfe selbst Hand anlege und nicht nur auf Hilfe von oben warte.

Nach zähen Verhandlungen

Ganz einfach ging die Sache nicht von statten. Dieser Aktion gingen lange, Nerven zerrüttende Verhandlungen voraus. Über ein Jahr musste H. Bächer von "Planwerk" Nürnberg damit zubringen, Besitzverhältnisse zu klären und schließlich darauf warten, bis die Besitzer bereit waren, das Haus samt Grund der Gemeinde zu überschreiben. Das ist nötig, denn private Hausbesitzer seien mit so einem Vorhaben meist überfordert, ergänzt Noha in seiner Pressemitteilung.
Schließlich hat es Nordhalben doch geschafft. Unter großer Anteilnahme von Bevölkerung und unter kritischer Beobachtung des regionalen Fernsehens rückten am Freitag Mitarbeiter der Firma Adlerhaus an, die kostenlos den Dachstuhl rückbauten. Am Samstag stellte die Firma Hertel Bagger und Fahrzeug zur Verfügung und beseitigte das Restgebäude. Dabei müssen der kostenlose Einsatz des Baggerführers Werner Wachter, aber auch die Bereitschaft des Forstwirts Andreas Wunder, der sein Fahrzeug stellte, und die Hilfe der Firma Neubauer Ströhlein hervorgehoben werden.
Neben ihnen waren fast 20 Helfer unentgeltlich tätig. Viele Bilder und die Namen aller Helfer sind auf dem Noha-Blog einzusehen. red