Klar, der aufgebrachte Gemeinderat hat all seine Ziele erreicht. Die Frage ist nur, wäre es nicht auch eine Nummer kleiner, unspektakulärer gegangen? Die Rücktritts-Drohung kommt der Drohung mit einem Atomarschlag gleich - vernichtender geht nicht.
Und das in einem Gremium, das sich mir in den letzten 23 Jahren als eines eingeprägt hat, in dem die Sachdiskussion und das gemeinsame Ringen um die für das Gemeinwohl beste Lösung eigentlich immer an erster Stelle gestanden haben. Warum auf einmal dies revolteähnliche Verhalten? Gut, der Bürgermeister mag möglicherweise vorschnell zugesagt haben. Aber hätte man mit anderen kommunikativen Mitteln nicht auch zum Ziel kommen können?
Letztlich war das Vorgehen effektiv. Der Bürgermeister, mag geglaubt haben, sich der Rückendeckung des Gremiums sicher sein zu können. Er muss den Gemeinderat fortan nun wieder mehr mitnehmen, sich mehr rückversichern. In der dritten Amtsperiode hat sich vielleicht ja das eine odere andere als selbstverständlich eingeschliffen. Er hat seine Lektion bekommen und wohl auch gelernt. Auch der Gemeinderat muss nun wieder intensiver mit ihm kooperieren, denn drohen kann er nicht mehr - die schärfste Waffe ist nun stumpf.