Die AOK Bayern erweitert ihren Kinder- und Jugendarztvertrag. Künftig kann der Kinderarzt bei bestimmten schwierigen oder seltenen medizinischen Fragestellungen online einen Experten hinzuziehen. Das sogenannte Telekonsil bietet damit die Möglichkeit, bei unklaren Befunden kurzfristig eine zweite fachärztliche Meinung einzuholen. Davon profitieren zwölf Kinderarztpraxen aus der Region Coburg, Kronach und Lichtenfels. Derzeit sind in diesem Bereich fast 5700 AOK-Versicherte im Kinder- und Jugendarztvertrag eingeschrieben, bayernweit sind es gut 270 000.
"Mit dem Angebot setzt die AOK Bayern auch in der Kinder- und Jugendmedizin auf innovative telemedizinische Anwendungen", betont Richard Rauh, versichertenseitiger Beiratsvorsitzender der AOK-Direktion Coburg, in einer Pressemitteilung. Gerade in ländlichen Regionen könnten durch die Vernetzung von Kinderarzt und Spezialist lange Anfahrten und Wartezeiten vermieden werden. Ziel sei es, die wohnortnahe ambulante kinder- und jugendme-dizinische Versorgung zu verbessern.
Die Kommunikation des Kinderarztes mit dem Experten erfolgt über eine gesicherte Internet-Anwendung. Der Kinderarzt wählt zunächst je nach Krankheitsbild einen Spezialisten aus - beispielsweise Kinder-Lungenarzt oder Kinder-Herzspezialist. Anschließend übermittelt der behandelnde Kinderarzt über einen leitlinienbasierten Fragebogen die Krankheitsdaten.


Datenschutz gewährleistet

Die Versichertendaten werden nicht weitergegeben. Dadurch bleibt der Datenschutz gewährleistet.
Nach gründlicher Durchsicht der Informationen gibt der Experte dem Kinderarzt Diagnosehinweise und macht Vorschläge für weitere Untersuchungen oder Behandlungen.


"Zeitgemäßes Netzwerk"

"Mit dem Telekonsil PädExpert® schaffen wir ein neues, zeitgemäßes Netzwerk für die pädiatrische Versorgung", sagt Dr. Martin Lang, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Bayern und Initiator von PädExpert®. Die telemedizinische Abklärung von unklaren Befunden oder die Therapiebegleitung von chronisch kranken Patienten bringe große Vorteile - für Ärzte und Patienten. "Bayern wird damit zum Vorreiter für den flächendeckenden Einsatz der Telemedizin in der Praxis. Wir sind froh darüber, dass dieses Angebot auch von der größten Krankenkasse in Bayern unterstützt wird und somit vielen unserer Patienten zur Verfügung steht", so Dr. Martin Lang.
Die Anwendung des Telekonsils ist zunächst auf zehn Indikationen beschränkt. Die teilnehmenden Experten müssen spezifische Qualitätsanforderungen nachweisen. Das Angebot ist für AOK-Versicherte, die im Kinder- und Jugendarztvertrag eingeschrieben sind, kostenlos. red