von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Frank

Effeltrich — In die Entwicklung der 7700 Quadratmeter großen Brachfläche neben dem Rathaus scheint nun doch Bewegung zu kommen. Der Vorstand der Vereinigten Raiffeisenbanken, Rainer Lang, und sein Baubeauftragter Wolfgang Stöhr haben in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ein Nutzungskonzept vorgestellt, das den Erwerb einer Teilfläche an der Forchheimer Straße (ST 2243) für den Bau eines Ärztehauses auf einem Teil des Areals vorsieht.
Die Gemeinde hatte sich im Jahre 2010 hoch verschuldet und nach stürmischen Debatten im Gremium das sogenannte Rathausgrundstück als "Sahnestückchen", wie die CSU-Fraktion im Gemeinderat immer wieder betonte, für eine Million Euro von der örtlichen Obstbaumgenossenschaft erworben, sich aber bisher, trotz eines Bürgerentscheides und eines Ratsbegehrens in der Folge, nicht auf eine Nutzung verständigen können. Nachdem man sich zwischenzeitlich mithilfe eines studentischen Wettbewerbs der TU Nürnberg verschiedene Gestaltungsideen hatte aufzeigen lassen und auch ein Effeltricher Geschäftsmann seine Vorstellungen über das künftige Aussehen der Fläche im Rathaus vorgestellt hatte, stellte nun die Genossenschaftsbank ihrerseits ein Nutzungskonzept vor.

Gemeinschaftspraxis

Danach ist vorgesehen, auf einer Fläche von etwa 1300 Quadratmetern ein Gebäude zu errichten, in dem im Erdgeschoss eine große Gemeinschaftspraxis von niedergelassenen Ärzten, die bisher in der Hauptstraße untergebracht waren, eingerichtet wird, im Obergeschoss eine Physiotherapie einzieht und auch das Dachgeschoss entweder für zwei Wohnungen oder weitere medizinische Räumlichkeiten genutzt werden kann.
Wie Bankdirektor Lang weiter erläuterte, sind 32 Stellplätze geplant, die über eine gemeinsame Zufahrt samt Platz für die Einfahrt eines Notarztfahrzeuges zum Ärztehaus erschlossen werden. Ein Teil dieser Stellplätze könne von der Rathausverwaltung genutzt werden. Als Bezugstermin könnte man sich, wie Baumanager Wolfgang Stöhr ergänzte, bereits den 1. Dezember vorstellen.
Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL) brachte die positive Reaktion des Gemeinderats auf das Nutzungskonzept auf den Punkt und unterstrich, wie wichtig für die Infrastruktur der Gemeinde eine moderne ärztliche Versorgung für die Bevölkerung ist und dass man mit einem derartigen Neubau einen Abzug der niedergelassenen Ärzte wirksam verhindern könnte. Auch würde die Gemeinde mit den Einnahmen durch den Grundstücksverkauf wieder ein Stück von der Verschuldung herunterkommen und Kapital für andere wichtige Investitionen zur Verfügung haben.
Nun ist es an den Vereinigten Raiffeisenbanken, aufgrund einer realistischen Planung rasch einen Bauantrag einzureichen. Dazu passend beriet der Gemeinderat anschließend gleich noch den Haushalt 2015 vor, der voraussichtlich bereits im Juni vom Gremium verabschiedet werden soll. Laut Finanzplan sollen für die Jahre 2015, 2017 und 2018 Überschüsse von zusammen etwas über einer halben Million Euro anfallen, während im Haushaltsjahr 2016 mit einem Soll-Fehlbetrag von knapp 395 000 Euro eine "Schwächephase" einkalkuliert ist.

Die Verschuldung sinkt

Im Einzelnen ist für heuer ein Verwaltungshaushalt mit einem Volumen von 3,778 Millionen Euro und ein investiver Vermögensetat mit 1,041 Mio. Euro vorgesehen, der die Verschuldung um 161 000 auf 2,191 Mio. Euro zum Ende des Jahres 2015 herunterfahren soll.
Während bei den Einnahmen vor allem der Einkommenssteueranteil um 159 000 Euro auf 1,759 Millionen Euro und die Schlüsselzuweisungen um gut 75 000 Euro auf 0,322 Millionen Euro zulegen, sinken bei den Ausgaben die Kreisumlage (1,079 Millionen Euro), die Schulverbandsumlage (108 750 Euro), die AVS-Verwaltungsumlage (157 680 Euro) und die Kindergarten-Personalkosten (395 000 Euro), wie der neue Geschäftsleiter Mario Kühlwein das von ihm erstellte Zahlenwerk kommentierte. Bei den Investitionen dagegen verständigte man sich in der Ratsrunde letztlich darauf, es unter anderem bei den 50 000 Euro für diverse Anschaffungen für die Kindertagesstätte, bei 55 000 Euro für verschiedene Tiefbaumaßnahmen, den 25 000 Euro für ein Hochwasserschutzkonzept sowie den 64 100 Euro für die AGV-Investitionsumlage zu belassen und setzte gleich einmal noch 22 000 Euro für die Planungskosten für das Ärztehaus auf dem Rathausgrundstück ein, während an Rücklagen weitere 100 000 Euro für den Hochwasserschutz und allein schon 162 000 Euro für Kredittilgungen dazukommen.