Trebgast — "Wir haben in den letzten 20 Jahren rund 150 000 Euro investiert, unter anderem in eine eigene Satellitenanlage. Dadurch können wir unseren Mitgliedern qualitativ hochwertige Fernsehprogramme anbieten, und das zu einem Spitzenpreis, den man sonst nirgends findet." Das war die Kernaussage von Vorsitzendem Albert Kolb bei der Hauptversammlung der Antennengemeinschaft Trebgast. Ein Beitrag von sechs Euro pro Monat, das sei konkurrenzlos günstig. Und gerade deshalb kann er die mittlerweile zunehmende Zahl der "Schwarzseher" nicht verstehen. "Ich habe zwar nichts dagegen, wenn sich jemand eine Schüssel an die Hauswand schraubt oder über das Internet fernsieht. Aber es ist nicht redlich und höchst unfair, wenn dann die Mitgliedschaft gekündigt wird und der zweite und dritte Fernseher weiterhin über die Antenne betrieben werden." Kolb appellierte an alle Mitglieder, mit aufzupassen, um diese Schmarotzer zu ermitteln. "Ihr finanziert ja alle diese Schwarzseher mit, und das ist nicht gerecht."

Anlage auf der Höhe der Zeit

Man habe mit einem ehrenamtlichen Team seit über 40 Jahren etwas auf die Beine gestellt, das seinesgleichen suche. Die Anlage sei immer auf der Höhe der Zeit und der aktuellen Technik. Dass sie bis auf ganz wenige Ausnahmen stabil läuft, sei auch ein Verdienst von "Edel-Rentner" Manfred Reitmeier, der, mit einem Messgerät ausgestattet, einige Probleme seit drei Jahren gleich vor Ort beheben kann.
Aber nicht immer ist die Antenne schuld. Der Vorsitzende ist sich sicher, dass die wenigsten Störungen von der Antenne ausgelöst werden. "Die meisten Ausfälle sind hausgemacht, weil die Technik im Haus, beispielsweise Kabel und Anschlussdosen, inzwischen veraltet sind."

Digitalisierung

Technischer Leiter Manfred Reitmeier informierte darüber, dass die bisher noch vorgehaltenen analogen Programme demnächst abgeschaltet werden, weil sie zu viel Platz wegnehmen. Beabsichtigt ist, die digitalen und die HD-Frequenzen, die bisher weit auseinander liegen, zusammenzulegen. Im Zuge dieser Umstellung, die am 19. Mai erfolgen soll, werde auch die "Antenne Trebgast" digitalisiert.
Schatzmeister Matthias Wendler wies darauf hin, dass man es bisher immer geschafft habe, die Anlage ohne zusätzliche Gebühren auf dem technisch neuesten Stand zu halten. Der Beitrag sei auf dem Stand von 1994. Angesichts einer zufriedenstellenden Kassenlage, trotz seiner Meinung nach unsinniger Abgaben an VG-Media und die GEMA ("Ausgaben, von denen wir nichts haben"), hatte seine Frage, wer für eine Gebührenerhöhung sei, eher humoristischen Charakter.
Die Neuwahlen, innerhalb von zehn Minuten von Altbürgermeister Siegfried Küspert durchgeführt, gerieten fast zur Nebensache. Der alte Vorstand der Antennengemeinschaft ist auch der neue. Dieter Hübner