Josef Hofbauer

Das Landratsamt habe den Ball wieder nach Ebermannstadt zurückgespielt, informierte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) die Mitglieder des Bauausschusses. Dieses Gremium hatte der Errichtung einer gewerblichen Lagerhalle in Niedermirsberg bereits zugestimmt, doch die Aufsichtsbehörde vertrat die Auffassung, dass der Bauantrag nur zulässig sei, wenn der Flächennutzungsplan geändert werde.
"Der Bauherr hat sein Vorhaben bereits mit mehreren Behörden, unter anderem dem Landratsamt und dem Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten abgestimmt", erklärte Alexander Ebert vom Bauamt. Fazit: "Aus Sicht des Immissionsschutzes wird eine Halle im Außenbereich kritisch gesehen", zitierte Ebert aus den Unterlagen. Im Falle einer Genehmigung solle der Betrieb auf die Zeit von 8 bis 16 Uhr beschränkt werden, forderte die Aufsichtsbehörde.
"Zu wenig", fand Stadtrat Franz Dorn (WGM). Die Öffnungszeiten müssten großzügiger gehandhabt werden, forderte der Niedermirsberger Stadtrat. Vizebürgermeister Sebastian Götz (WGM) unterstrich, dass seine Fraktion diesem Vorhaben positiv gegenüberstehe. Damit werde die Wirtschaft insgesamt und ein örtlicher Gewerbetreibender unterstützt, zumal die nachbarschaftlichen Belange in keinster Weise beeinträchtigt würden, so Götz.
Auch Ludwig Brütting (FW) appellierte, dass doch eine Möglichkeit gefunden werden müsse, um dem Jung- und Kleinunternehmer eine Chance zu geben, eine Lagerhalle zu errichten. Die Lagerung von Material in der Garage sei schließlich auch nicht im Sinne des geltenden Baurechtes. Das Vorhaben sei vor allem deshalb zu unterstützen, weil der Bauwerber bereit sei, sämtliche Auflagen der Behörden einzuhalten. Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) dagegen wollte "keine falschen Hoffnungen" wecken. Die Änderung eines Flächennutzungsplanes dürfe nicht isoliert betrachtet werden, vielmehr müsse der Flächennutzungsplan im gesamten Stadtbereich auf den Prüfstand gestellt werden. "Ein langwieriges Verfahren", so die Bürgermeisterin.
Ludwig Brütting dagegen wollte die Sache nicht in die Länge ziehen. In Burggaillenreuth sei wegen des Antrages eines Gewerbetreibenden der Flächennutzungplan geändert worden. Dies müsse auch dem Rüssenbacher zugestanden werden, zumal er bereit sei, die Kosten dafür zu übernehmen. Gegen die Stimmen von Erwin Horn und Bürgermeisterin Christiane Meyer (beide NLE) stimmte das Gremium dieser Vorgehensweise zu.
Die Bürgermeisterin kommentierte diese Entscheidung mit dem Hinweis, dass permanente Änderungen des Flächennutzungsplanes "weder leistbar noch sinnvoll" seien. Sie kündigte daher an, die Flächennutzungspläne der Stadt generell überarbeiten lassen zu wollen.