Verkehrsunfälle, bei denen die Insassen nicht angeschnallt waren, haben wieder mehr Todesopfer gefordert - diese Bilanz zog Michael Herbst, Vorstandsmitglied des ADAC Nordbayern. Die Zahl sei von 65 auf 67 gestiegen.
"Auch 40 Jahre nach Einführung der Gurtpflicht muss wohl der eine oder andere wieder daran erinnert werden, wie wichtig es ist, den Sicherheitsgurt zu tragen", mahnte Herbst. Deshalb habe der ADAC nun auch einen Aufprallsimulator angeschafft, mit dessen Hilfe die Bevölkerung in der Region in den kommenden Jahren für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden soll.
Darüber hinaus kommentierte Herbst die Umfrageergebnisse aus dem ADAC-Wissenstest. Darin wurden über 1000 Autofahrer zu ihrem Wissensstand befragt und einem kleinen Praxistest unterzogen. Die Ergebnisse zeigten erhebliche Mängel bei den Kenntnissen über die Rettungsgasse, den Kreisverkehr oder das richtige Verhalten an Bushaltestellen. So wussten 61 Prozent der Befragten nicht, dass auf einer dreispurigen Fahrbahn die Rettungsgasse zwischen der äußeren linken und der direkt rechts danebenliegenden Fahrspur zu bilden ist. Einen Einblick in die Verkehrssicherheitsarbeit gab Jürgen Hildebrandt, Abteilungsleiter für Verkehr, Technik und Umwelt. Mit Präventionsprogrammen bediene der Automobilclub eine breite Zielgruppe - von Kindern bis Senioren. So konnte der ADAC Nordbayern im vergangenen Jahr insgesamt 35 000 Menschen damit erreichen. Neu eingeführt wurde "Aufgepasst mit Adacus". Ein von den Regionalclubs angebotenes Verkehrssicherheitsprogramm, das sich an Kinder im letzten Kindergartenjahr und Erstklässler richtet. Herbst forderte, dass Bund und Länder jährlich 15 Milliarden Euro in Straßenverbesserungen und Straßenausbau investieren sollen. Durch die Kfz-Steuer würden jährlich 55 Milliarden Euro eingenommen werden. Daher könne der Kraftfahrer erwarten, dass er ordentliche Straßen vorfindet. Ausgebaut werden müssten zum Beispiel auch Lkw-Parkplätze an den Autobahnen, da sich parkende Lkws teilweise bis in die Autobahnausfahrten zurückstauen würden, um die Ruhezeiten einhalten zu können.
Peter Hübner informierte, dass sich in Oberfranken im Schnitt täglich 86 Verkehrsunfälle ereignen mit täglich 16 Verletzten und wöchentlich einem Verkehrstoten - soweit die Statistik. Der verursachte Sachschaden bei Verkehrsunfällen in Oberfranken liegt im Schnitt täglich bei rund 170 000 Euro. Die Zahl der Verkehrsunfälle durch Alkoholeinfluss ist zwar um 4,95 Prozent im Vergleich von 2014 auf 2015 zurückgegangen, mehr als die Hälfte der 395 erwischten betrunkenen Autofahrer in Oberfranken hatte aber mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut. Den höchsten Wert hatte im letzten Jahr ein 55-jähriger Autofahrer aus Hausen im Landkreis Forchheim, der mit seinem Wagen ungebremst auf ein geparktes Auto auffuhr. Der Bluttest habe den traurigen Spitzenwert von 4,04 Promille Alkohol in seinem Blut ergeben. tw