Es geht immer noch mehr: Im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Flusskreuzschiffe, die im Bamberger Hafen anlegten und ihre Passagiere aus aller Welt zu Stadtbesichtigungen entließen, um 9,8 Prozent: 874 Kreuzfahrtschiffe mit rund 146 000 Passagieren weist die jetzt vorgelegte Bilanz des Unternehmens Bayernhafen Bamberg aus.
Die Passagiere kommen zumeist aus den USA, Australien und den europäischen Ländern. Bayernhafen gibt an, dass die Gäste Geld zum Beispiel für Stadtführungen, Souvenirs, Taxis, Café- und Arztbesuche ausgeben. Nach Berechnungen des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e. V. seien das zwischen 30 und 50 Euro pro Gast und Tag an den Destinationen.


In Anlegestelle investieren

Bayernhafen will diesen Trend nicht drosseln, wie Geschäftsführer Joachim Zimmermann und Prokurist Alexander Ochs betonen: Als Ersatz für die durch Umstrukturierungen nicht mehr zur Verfügung stehende provisorische Anlegemöglichkeit für Hotelschiffe am Kai 3 soll im Jahr 2016 in die Erweiterung der bestehenden Anlegestelle am Kai 5 investiert werden. Damit könne die bisherige Kapazität beibehalten werden. Für 2016 liegen laut Bayernhafen Anmeldungen für rund 900 Hotelschiffe vor.
Es werden aber nicht nur Touristen im Bamberger Hafen "umgeschlagen". 2015 waren es über die Schiff und Bahn insgesamt 604 987 Tonnen. Das sind drei Prozent weniger als 2014, aber fünf Prozent mehr als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Der Schiffsgüterumschlag sank im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent auf 308 411 Tonnen, der Bahnumschlag (zum Beispiel Mineralölerzeugnisse) stieg um 5,2 Prozent auf 296 576 Tonnen. Mehr als die Hälfte des Schiffsgüterumschlags machten landwirtschaftliche Erzeugnisse und Nahrungs- und Futtermittel mit 184 578 Tonnen aus. Es folgten Düngemittel mit 67 928 Tonnen sowie Steine und Erden mit 53 900.
Eine positive Entwicklung nahm laut Zimmermann der Containerumschlag vom Lastwagen auf die Bahn oder umgekehrt: Mehr als 22 000 20-Fuß-Container wurden bewegt, 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bamberg ist per Containerzug fünf Mal die Woche verbunden mit den Nordseehäfen Hamburg und Bremerhaven und bietet oberfränkischen Unternehmen Zugang zu den internationalen Märkten. Der Großteil des Transports findet auf der Schiene statt.
Wesentlich zum Geschäftsmodell gehört laut Alexander Ochs die Steuerung der Flächenverfügbarkeit. Von den 96 Hektar Gesamtfläche stehen 51 für Firmenansiedlungen zur Verfügung. Als Grundstückseigentümer sorgt Bayernhafen laut Geschäftsführer Zimmermann mit Miet- und Erbbaurechtsverträgen dafür, dass durch eine Art permanenter Konversion sparsam mit Flächen umgegangen wird.
2015 entwickelte die Bamberger Speditions- und Getreidelager GmbH & Co. KG Baspeg, ein Ansiedler der ersten Stunde, im Hafen ihren Standort weiter. Über die vergangenen 50 Jahre haben sich Flächenzuschnitt und Nutzung kontinuierlich entwickelt und verändert. So schlug die Baspeg auf einem ihrer Grundstücke lange Zeit Kohle für ein Kraftwerk der Amerikaner um und bis vor kurzem standen hier noch alte Bunker für Kohle- und Bimsumschlag. 2015 errichtete Baspeg eine 1950 Quadratmeter große Lagerhalle für Düngemittel: Investitionssumme rund zwei Millionen Euro. Auch die Kaianlagen und die Krankapazität werden bedarfsgerecht angepasst.


Beeindruckende Zahlen

Das Familienunternehmen Herbst-Transporte GmbH Spedition & Logistik, das im April 2014 im Hafen bereits ein Stahllogistik-Zentrum für rund 5,7 Millionen Euro errichtet hatte, baute 2015 gleich nebenan eine neue 40 000 Tonnen fassende und 1,2 Millionen Euro teuere Schüttguthalle für Streusalz.
Bayernhafen selbst investierte rund 730 000 Euro in den Standort Bamberg - insbesondere in die Hafeninfrastruktur und in Ansiedlungsflächen. Außer dem Bamberger Hafen betreibt das Unternehmen Bayernhafen GmbH & Co. KG die Binnenhäfen in Aschaffenburg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau. Das Gelände in Bamberg umfasst 96 Hektar, das entspricht einer Fläche von rund 135 Fußballfeldern. 75 Firmen mit rund 1800 Arbeitsplätzen sind im Hafen angesiedelt. Bayernhafen selbst beschäftigt in Bamberg 17 Mitarbeiter. red