Ein Beschluss zum Thema "Ausweisung von Parkflächen im Umgriff des sogenannten Jägergrundstücks" war zwar in der Stadtratssitzung am Montagabend nicht vorgesehen, die Diskussion ließ aber keinen Zweifel aufkommen, dass die Kommunalpolitiker diesen Parkplatz wollen - und zwar so schnell wie möglich. Evi Mohr und Stefan Schlicht vom Büro Schlicht Lamprecht Architekten stellten den Stadträten das Projekt und auch gleich drei mögliche Varianten vor.

Förderung möglich

Arno Reuscher und Oliver Schikora vom Gewerbeverein "Kaufhaus" Mürscht hatten ihn auf das entstehende Parkplatzproblem im Umfeld des neuen BBZ hingewiesen, sagte Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Als dann noch Nachfragen wegen der Verzögerung beim Bau des Parkplatzes in der äußeren Lache kamen, habe er mit Evi Mohr das Jägergrundstück angesehen. "Zum damaligen Zeitpunkt und auch heute habe ich nichts besseres gefunden", betonte der Bürgermeister. Positiv: "Das Jägergrundstück ist in der Programmfortschreibung der Städtebauförderung." 80 Parkplätze könnten dort entstehen, nahm er schon einmal vorweg. Über eine Treppe können die Schüler und Lehrer dann schnell zum Gymnasium beziehungsweise weiter zum BBZ gelangen.

Rahmenplan in Arbeit

Die Frage sei, wie man es schafft, dass Einheimische, Touristen und Einkäufer noch Parkplätze in der Altstadt finden, sagte Evi Mohr vom Büro Schlicht Lamprecht. Zum Jägergrundstück habe es bereits in den Jahren 2006 bis 2008 vorbereitende Untersuchungen gegeben. 2008 wurde das Areal teilweise mit ins Sanierungsgebiet Bahnhof mit Umfeld aufgenommen. Das Büro war bereits damit beschäftigt, einen Rahmenplan für das Jägergrundstück zu erstellen, der eine künftige Nutzung beinhaltet.

Kindergarten, Juliusspital, Bestatterzentrum, Seniorenzentrum, der Neubau des BBZ, das Gymnasium, das bald wieder neunstufig ist, die Erschließung der äußeren Lache - in diesem Bereich kommt viel zusammen. Arno Reuscher hatte ihr die jeweiligen Zahlen zur Verfügung gestellt. Allein 600 Schüler und 60 Lehrer besuchen das BBZ. Das ziehe einen hohen Stellplatzbedarf nach sich, der nicht immer auf den jeweiligen Flächen zur Verfügung stehe. Die Parkplätze Oberes Tor, Innere Lache und später auch Äußere Lache dürften nicht blockiert werden. "Wir müssen versuchen, dass diese Parkplätze für die Altstadt da sind und nicht von den Schulen genutzt werden", betonte Evi Mohr. Das neue BBZ sei vom Jägergrundstück schnell über die Fußgängerbrücke zu erreichen. Zwar sei so ein Parkplatz immer negativ für ein Stadtbild, wegen seiner erhöhten Lage sei er aber kaum einsehbar.

Drei Varianten

Stefan Schlicht stellte den Stadträten die drei erarbeiteten Varianten vor. Gleich ist bei allen eine Parkplatzbreite von 2,70 Meter, es ist eine Begrünung vorgesehen, jeder Parkplatz ist fünf Meter tief, die Fahrspur zum Ausparken misst sechs Meter. Obwohl die Varianten eine unterschiedliche Verkehrsfläche haben, bleibt die Anzahl der Parkplätze mit etwa 80 gleich. Die Zufahrt zum Grundstück muss verbreitert werden. "Das ist aber klein Problem", meinte Stefan Schlicht. Zunächst bedürfe es einer Bauuntersuchung, möglicherweise sei der Untergrund ja tragfähig.

Teilweise nicht einsehbar

"Wir stehen am Anfang", erinnerte Evi Mohr. Es seien noch ein paar Punkte zu klären. So hatte sie sich beispielsweise wegen des Gestrüpps den hinteren Teil des Grundstücks gar nicht ansehen können. Es sollte auch geprüft werden, ob auf dem Jägergrundstück die Bushaltestelle eingerichtet werden kann, regte der Bürgermeister an.

Das Jägergrundstück sei sehr gut für den Parkplatz geeignet, sagte Dieter Petsch (Forum aktiv). "Das wertet das Bahnhofsareal massiv auf." Er sprach sich für eine Variante der Gestaltung aus, bei der der notwendige Treppenaufgang nicht so nah gegenüber dem Dr.-Ortloffweg mündet. Das könne noch geändert werden, sagte Evi Mohr. Dieter Petsch regte an, auch den hinteren Bereich mit einzubeziehen, und jetzt gleich zu roden. "Das sehe ich genauso", meinte der Bürgermeister.

Fördermittel umschichten?

Dritter Bürgermeister Axel Knauff (SPD) wollte wissen, wann der Parkplatz fertig sein könnte. Bis Ende 2019 werde es sehr knapp, sagte Stefan Schlicht. Dieter Petsch wusste, worauf die Frage von Axel Knauff gezielt hatte. In einem Schreiben der Regierung von Unterfranken hatte es geheißen, dass die Fördermittel für den Abriss des Hallenbades Ende 2019 verfallen. Dann sei es auch nicht mehr möglich, das Geld für andere Projekte einzusetzen. Es wäre ganz wichtig zu prüfen, ob das Geld nicht für den Parkplatz verwendet werden könnte, regte er an und bat den Bürgermeister, das zu tun. "Sehr begrüßenswert", empfand Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) das Vorhaben. Er wollte wissen, ob die Anfrage von Dieter Petsch als Antrag zu verstehen sei. Das sei nicht nötig, meinte Helmut Blank. "Ich werde das prüfen." Denn es sei ja seine Aufgabe, möglichst hohe Fördermittel zu sichern.

Für die Variante mit der geringsten Verkehrsfläche sprach sich Klaus Schebler (Neue Wege) wegen des Unterhalts durch die Stadt (Winterdienst etc.) aus, was sein Fraktionskollege Fabian Nöth bestätigte. "Ich begrüße die Planung", meldete sich Michael Kastl (CSU) zu Wort. Das sei einer von vielen Schritten. "Weitere werden folgen." Denn: "Für eine erfolgreiche Innenstadtentwicklung brauchen wir Parkplätze." Er bat den Bürgermeister zu prüfen, ob nicht ein Förderprogramm zur Flächenentsiegelung genutzt werden könnte, weil die Gebäude auf dem Jägergrundstück abgerissen werden. Dieter Petsch wollte noch einmal bestätigt haben, dass trotz des Parklatzes auf dem Jägergrundstück an den Parkplätzen Innere und Äußere Lache festgehalten wird. Die Antwort des Bürgermeisters war eindeutig: Der Parkplatz am Bahnhof kommt zusätzlich.

Rege Diskussion

"Ich freue mich über die rege Diskussion", beendete Helmut Blank den Tagesordnungspunkt. In der nächsten Sitzung soll ein Konzept vorgelegt werden. Der Parkplatz soll Anfang 2020 realisiert werden. Das neue BBZ öffnet voraussichtlich im September 2020.