von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Willmersreuth — Am 80. Geburtstag von Erika Witzgall herrschte in der Unteren Fischäckergasse ein reges Kommen und Gehen. Sogar Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm gab sich die Ehre. "Das ist doch mein Tanzpartner", erzählt die Jubilarin und lacht. Denn tatsächlich fehlt sie bei keinem Seniorengregori - und schon so manches Mal wagte sie mit dem OB ein Tänzchen. Aber nicht nur mit ihm: auch mit Stadtrats-Senior Horst Zahr hatte sie schon das Vergnügen.

Fünf Kinder und neun Enkel

Erika Witzgall liebt auch mit 80 Jahren noch Musik und Tanz. Und dass sie beim Tanzen hochhackige Schuhe trägt, ist für die rüstige Seniorin eine Selbstverständlichkeit. "Leider gibt es bei uns nicht mehr so viele Veranstaltungen", bedauert sie.
Doch auch ihre Familie hält sie auf Trab. Erika Witzgall hat fünf Kinder - Manfred (55), Roland (53), Doris (51), Bettina (49) und Gabi (46) - , und neun Enkel. "Ich bin immer unterwegs mit meinem Fiesta, denn ich muss doch die anderen Frauen zum Tanz abholen oder auch mal die Enkel fahren", erzählt sie voller Lebenslust. Selbst morgens um halb vier Uhr holt "die Oma" die Enkel noch ab.
Doch Erika Witzgall hat noch mehr Leidenschaften: Zum Geburtstag hat sie Karten für ein Spiel des 1. FC Nürnberg bekommen. "Mit Abendessen und -Zuganreise", verrät ihr Sohn, der natürlich mit von der Partie sein wird. "Ich habe auch einen Schal und eine Fahne", erzählt die Jubilarin, die auch oft bei den Spielen in Kirchleus, Motschenbach oder beim ATS zuschaut, wo die Enkel kicken.
Ihre größte Leidenschaft ist der Wein. Mehrmals im Jahr fährt sie nach Königsberg und hilft beim Rebenausschneiden und bei der Lese. "Ich bleibe immer so lange dort, bis der Wein im Fass ist", sagt die Jubilarin. Ihr persönlicher Lieblingswein ist der Bacchus. Natürlich wird auch ein Gläschen zum Jubelfest aufgetischt.
Man kann Erika Witzgall durchaus als Original bezeichnen. Eigentlich kommt sie aus Fassoldshof. "Ich hab' nur über den Main geheiratet", sagt sie. Seit 1957 lebt sie nun schon in Willmersreuth, wo sie mit ihrem Mann bis in die neunziger Jahre eine Landwirtschaft betrieb.